Malcolm Bricklin, geboren am 09. März 1939 in Philadelphia, US-Amerikanischer Automobilunternehmer und Enthusiast mit Leib und Seele, der dank einem sehr stattlichen Vermögen seine automobilen Ideen und Vorstellungen gerne auch unkonventionell und gegen den Mainstream umsetzt.

 

In den 60ern war Bricklin einer der Pioniere im Bereich der Fahrzeugimporte aus Asien. Er schloß 1965 Lieferverträge mit den Herstellern der SUBARU Modelle, gründete gemeinsam mit Partner Harvey Lamm die SUBARU of America Inc. und begann mit dem Aufbau eines Händlernetzes und dem Vertrieb der ersten Wagen, u.a. dem Subaru 360, aus Japan. 

Wenn man den Branchengerüchten glauben darf, wurde er für dieses Engagement in den Vorstandsetagen der großen Automobilkonzerne unter vorgehaltener Hand auch schon mal mit dem Namen "Wegbereiter Nippons Rache" bezeichnet.

 

 

In den 70ern startet Bricklin mit eigenen Ideen und einem extravaganten Design die Konstruktion eines Safety Vehicles und der im kanadischen New Brunswick gebaute Wagen kam 1974 mit der Bezeichnung BRICKLIN SV-1 auf den US-Amerikanischen Markt. Der Flügeltürer mit klassischer Bauart Frontmotor / Heckantrieb sollte mit der Chevrolet Corvette in Konkurrenz treten, konnte dem potenten Lieblings Sportwagen der Amis jedoch keinen darstellbaren Marktanteil abringen.

Nach insgesamt 2854 Fahrzeugen war 1976 Schluss mit Flügeltüren aus Kanada und das Geflügelwerk landete nach einer sauberen Insolvenz unsanft in den automobilen Geschichtsbüchern. Dabei war das Konzept grundsätzlich sehr durchdacht und diverse Einzellösungen durchaus anerkennenswert und innovativ. Nur verkaufte sich Sicherheit in den 70ern etwa so wie Eisschränke am Nordpol.

Herausragende Eigenschaften des SV-1 (Safety Vehicle one) waren neben den als erstes erkennbaren Flügeltüren mit einzigartiger elektropneumatischer Öffnung und einer vorderen Stoßfängerpartie, die einen Aufprall von bis zu 12 mph (miles per hour) / 19 km/h schadlos und ohne bleibende Verformung übersteht, auch eine Sicherheitsfahrgastzelle aus hochfestem Stahl. Angetrieben wurde das aus gefärbtem "Fibreglass" geformte 2-sitzige Sport Coupe mit einem stattlichen V8 Motor und angehängtem 3-Gang Automatikgetriebe aus US-Amerikanischer Großserien Produktion. Da Bricklin als passionierter Nichtraucher das Rauchen während der Fahrt als unsicher ansah, sucht man Aschenbecher und Zigarettenanzünder im SV-1 vergebens.

Weitere Informationen zum BRICKLIN SV-1 finden sich auf unserer Seite unter http://www.deloman.de/backgroundsde/bricklinsv1

In den 80ern begann Bricklin mit dem Import von italienischen Großseriensportlern wie Fiat Spider und X1/9. Etwa zur gleichen Zeit gründete der umtriebige Automobilprofi die Yugo America Inc. und der Import der billigen Kleinwagen lief so ausserordentlich gut, das er seine Anteile an dem Unternehmen 1988 für angenehme 40 mio US Dollar abgab. 3 Jahre später ging Yugo in Konkurs.

In den 90ern nahm Bricklin die Schwingungen der Zeit auf und begann sich für umweltfreundliche alternative Antriebskonzepte und Batterietechnologien zu interessieren. Nach umfangreichen Studien in dem Bereich gründete er wieder ein Unternehmen und produzierte Fahrräder mit unterstützendem Elektromotor. 1997 ging dieses Unternehmen pleite und der "EV Warrior" somit in die Geschichte ein. In Anbetracht des aktuellen Booms bei Fahrrädern mit Elektromotor ist auch hier zu erkennen, das Bricklin seiner Zeit, wie so oft, weit voraus war.

Ab 2002 tingelte Bricklin für fast 3 Jahre um die Welt um Inspirationen für neue Vertriebsprojekte automobiler Natur zu finden. Er bereiste Europa und Asien, fand im schnell wachsenden und expandierfreudigen Aufbruchsmarkt China verschiedene neue Automobilwerke und schloß letztendlich einen Vertrag mit dem Hersteller Chery. Da Chery die vertraglichen Verpflichtungen nicht einhielt, kam es zu einem Rechtsstreit, bei dem es um sehr hohe Abfindungssummen zu Gunsten Bricklins ging.

2007 gründete Malcolm Bricklin die V Cars LLC, genannt "Visionary Vehicles" um unter diesem Namen die Chery Palette anzubieten. Nach dem Bruch mit den Chinesen blieb Visonary Vehicles bestehen und der Name wurde Programm. Heute interessiert sich Bricklin für die neuesten Brennstoffzellen Technologien und in Verbindung mit seinen Erfahrungen aus der Produktionswirtschaft plant er einen Plug-In Hybrid auf die Straße zu bringen. Hier geht es zu einem Interview mit Malcolm Bricklin aus dem Jahr 2007:

Interview on YouTube

 

Ab 2010 stellte der ruhelose Visionär seine neueste Kreation, den Bricklin EVX/LS , eine 4-türige Limousine nach einem Design von Herb Grasse, der auch bereits für die Linienführung des SV-1 verantwortlich war, mit Plug-In Hybrid Technologie, vor.

 

Hier die Abbildung einer Zeichnung von Grasse mit den original Unterschriften von Herb Grasse und Malcolm Bricklin.

Das Original hängt bei Delorean- und (safety green) Bricklin Owner Bill Schäfer in Springfield, Illinois, USA.

 

Im Jahr 2011 wurde ein Musical mit dem Titel "The BRICKLIN, an automotive fantasy" uraufgeführt und hier dreht sich alles um den Mann und seinen Wagen aus den 70ern.

http://www.bricklinmusical.ca

 

 

Es verspricht jedenfalls spannend zu bleiben, was der Name Bricklin uns in Zukunft noch alles bringen wird, visionär wird es allemal...

 

Malcolm B., die "coole Sau" des Auto Business