11 Pässe Delotour 2017

 

Initiator dieser Tour war Franz Ehrnthaller, Deloreanbesitzer aus München.

Da war die Idee von einer Tour durch Landschaften und Berge in Österreich, Italien und der Schweiz und Franz hatte die Delorean-Gemeinde zu einer gemeinsamen Ausfahrt vom 15. - 18.06.2017 geladen. Er hat für das verlängerte Wochenende eine reizvolle 11 Pässe-Strecke mit 3 Übernachtungen auf die Beine gestellt.

 

Zusammengefunden hatten sich:

Franz + Ferdinand im Delo aus Bayern

Franz sen. + Evi im 1977er Datsun 260Z aus Bayern

Jöran im Delo aus Baden-Württemberg

Rudi + Helmut im Delo aus Oberösterreich

Sebastian im Delo aus Nordrhein-Westfalen

Wolfgang + Astrid im Delo aus Bayern

 

Treffpunkt und Start waren an Fronleichnam zur Mittagszeit in Imst (Tirol), von wo nach einer Stärkung also 10 Teilnehmer in 5 Deloreans und einem Datsun zum ersten Abschnitt der Tour Richtung Reschenpass (nr.1 ca. 1500 m) starteten. Die hohen Temperaturen um die 30°C nutzte ein Teil der Gruppe bei einem Kurzstop am berühmten ‚Kirchturm im Wasser’ in Reschen am See zu einer Abkühlung an und sogar in eben diesem See. Anschließend ging es im Zick-Zack zügig weiter auf das Stilfser Joch (nr.2 ca. 2750 m), wo wir nun bei unter 10°C unseren Kaffee im Freien zügig genossen und unsere Pullover/Jacken hervorholten.

 



 

Die nächsten 60 km führten uns weiter durch grüne Täler und Berge den Passo Stelvio (nr.3) runter, den Passo del Foscagno (nr.4) wieder hoch zu unserem Tagesziel Hotel Amerikan in Livigno (Italien). Dort trafen sich die Fahrer zu einem Öl-Auffüll-Workshop für die auf den letzten Kilometern teilweise bis an ihre (Öl-) Grenzen beanspruchten Delos an der nächsten Tankstelle, bevor zur kulinarischen Versorgung der gesamten Truppe Pizza & Pasta auf dem Plan standen. Bereits jetzt waren alle von Landschaft und Serpentinenfahren begeistert, dazu die bei diesem Wetter optimale Aussicht in alle Richtungen. Der Abend endete in der Erzählung der einzelnen Fahrer, ob Film oder andere Begebenheiten im Leben für die Sehnsucht nach der Erfüllung des Wunsch-Autos sorgten. Einige sehr interessante und auch witzige Geschichten wurden so zu Tage befördert und die Runde fand ein harmonisches Ende des Tages 1.

 

 

Am Tag 2 starteten wir gegen 9 Uhr zuerst Richtung Schweiz, befuhren den Forcola di Livigno / Bernina Pass (nr.5) und fuhren an St.Moritz und an den Engadinder Seen vorbei zum Malojapass (nr.6) runter. Wir hielten kurz in Silvaplana (Kanton Graubünden) zum Vertreten und landeten zum Mittagessen am Stausee Lago di Montespluga wieder in Italien. Hier verteilte unser Tourleiter die Tour-Aufkleber für die Teilnehmer. Das Wetter war weiterhin traumhaft und sonnencremewürdig, wir genossen jeden Meter der wunderbaren Landschaft, an der uns die Tour bisher vorbeiführte. Nach der Stärkung ging der 2. Abschnitt des Tages wieder in die Schweiz Richtung Splügenpass (nr.7) dann über die Autobahn Richtung Chur auf schönen Kurvenfahrten zum Oberalppass (nr.8 ca. 2000m) rauf, wo wir zum Kaffee in ein Gasthaus einkehrten. Die letzte Etappe ging eine Stunde den Oberalppass wieder runter durch Andermatt zum Furkapass (nr.9). Auf dem Weg zu unserem Nachtquartier fuhren wir am Hotel Belvedere vorbei, welches durch eine Szene im James Bond-Film ‚Goldfinger‘ bekannt wurde.

 

                                                                                                                 copyright: James Bond "Goldfinger"

 

                                                                                                                  copyright: James Bond "Goldfinger"

 

Ein Stückchen weiter erlebte ein Teil der Gruppe nach dem Gang durch einen Souvenirladen Richtung Wanderweg nach einer kurzen Klettertour hinterm Haus eine Überraschung bei der Besichtigung der Rhone Gletscher Reste, die teilweise unter riesigen weißen Tüchern vor dem weiteren Schmelzen geschützt waren. Im Inneren durchliefen wir Gänge mit hellblauen Eiswänden, die faszinierende Formen aufwiesen. Außen war dann auch noch ein kleiner Gletschersee zu sehen, der ganze Wanderweg war von von Zeit und Eis glatt bearbeitetem Granitgestein umsäumt.

 

 

Franz positionierte sich zum Abschluss dieses interessanten Stopps ein Stückchen weiter die Straße hinaus so, daß er jedes unserer Autos bei der Vorbeifahrt am berühmten Hotel fotografisch festhielt. Zum Abendessen und Übernachten kehrten wir im Hotel Tiefenbach in Realp ein. Das uns dort angebotene Menü mit superleckerem Hähnchen-mit-Reis-und-Currysauce verführte einige zu einem "Supplement", ein in der Schweiz freundlicherweise manchmal angebotener Nachschlag, der hier sehr gerne in Anspruch genommen wurde.

 

Tag 3 begann etwas früher mit einem Frühstück um 7:30 und wir versammelten uns um 8:30 an den Autos zur Fahrt nach Brienz. Zuerst ging es den Furkapass und Grimselpass (nr.10) rauf, wo wir einige Stauseen besichtigten und dann zügig weiterreisten, da für diesen Tag eine Fahrt mit der Dampfzahnradbahn aufs Brienzer Rothorn (ca.2260 m Höhe) geplant war. Da Franz im Vorfeld auch hier soweit möglich alles vorbereitet hatte, gab es keine größeren Probleme beim Einchecken und wir saßen pünktlich im reservierten Waggon. Im gemächlichen Tempo von max. 9km/h ging es dann für ca. 7,6 km ab 10:42 für eine Stunde den Berg rauf durch viele kleine Tunnels und Wiesen zur Rothorn Alm, wo wir zum Mittagessen einkehrten. Bei der Abfahrt stiegen wir auf halber Strecke in der Mittelstation Planalp aus und gönnten uns beim Geheimtipp des Lokführers Tom Kaffee und Kuchen, der selbst gebacken war, bevor wir mit der nächsten Bahn ins Tal zurückzuckelten.

 

 

Abschnitt 2 ging zuerst ein Stückchen den Weg vom Morgen zurück und den Sustenpass (nr.11) rauf, wo nach ca. einer Stunde eine 2. Kaffeepause stattfand. Es ging den Sustenpass wieder runter durchs 1300m hohe Meiental über die Autobahn Richtung Luzern durch Schattdorf und Unterschächen den Klausenpass (nr.12 ca. 1900) hoch mit Foto-Stopp am Tell-Museum in Bürglen zum letzten Hotel der Tour. Hier handelte es sich um ein altes Bauwerk aus dem Jahr 1903 mit Etagenduschen und -Toiletten, das im Inneren einfach, nostalgisch und rustikal, jedoch absolut sauber und ordentlich eingerichtet ist und schräge Böden durch den Einfluss des Kriechschnees auf das alte Haus besitzt, so dass u.a. überall die Neigung beim Gehen durchs Haus für Belustigung sorgt. Man einer der Truppe hatte beim Anblick der Zimmer die Befürch-tung, nachts aus dem Bett zu rutschen. Im Flur sind auf einem Plan, der neben einem Hammer an der Wand hängt, die Fluchtwege bei Feuer fol-gendermaßen beschrieben: „Hammer ergreifen, durch Zimmer 25 oder 27 mit Hammer Türe einschlagen, über Leiter durchs Fenster.“ Aufgrund der Hellhörigkeit der Räume und für den Fall des Stromausfalls bzw. als Nachtlicht lagen in jedem Zimmer Oropax und kleine Taschenlampen bereit. Bei einem vorbestellten Menü mit Vorsuppe, Salat, Hauptgang Riz Kasimir und einem Eis-Dessert im Schweizer Muster versiegten die entspannten Gespräche erst spät am Abend und einige besorgten noch für die Daheimgebliebenen ortstypische Käsemitbringseln.

 

 

Am Tag 4 positionierten wir uns nach einem gemütlichen Frühstück nochmal alle mit den Autos zu einem Abschlussbild, bevor jeder die Heimreise und letzten Kilometer durch die tolle Landschaft antrat. Fazit: Dieser Trip war jeden Kilometer wert und wir genossen eine angenehme Tour durch malerische Gegenden bei traumhaften Wetter mit schönen Tageszielen. Für Autos und Fahrer standen anspruchsvolle Serpetinenfahrten unter Ausreizung des Lenkwinkels auf dem Programm und es galt jederzeit, nicht nur entgegenkommende Autos, sondern besonders Fahrrad- und Mo-torradfahrer zu beachten, die teilweise halsbrecherische Manöver fuhren. Die Gruppendynamik war super stimmig und wir erlebten viele gute und auch lustige Gespräche und Momente in diesen paar Tagen.

 

 

 

Vielen Dank an Franz für die Idee und Umsetzung der Tour! Ein super Spaß, eine einmalige Aktion, sau lässig!

…und irgendwie fuhren wir auf 12 statt 11... egal, schee wars !

 

Astrid Hofmann

 

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