von Elvis Nocita

Um es gleich vorweg zu nehmen – kommendes Jahr 2007 wird es erst mal kein Treffen bei Wolfgang geben. Wer also vergangenen Oktober keine Zeit gefunden hat, der muß sich leider bis 2008 gedulden um dabei sein zu können

Außer es überredet ihn doch noch jemand oder jemand anderes möchte seinen Hof mit einem edelstählernen Kampfgeschwader zieren ?

Lange im Voraus war klar – Wolfgang Hank alias Deloman würde Anfang Oktober zum zweiten mal das Ende der Delorean-Saison mit einem kleinen gediegenen Fest bei ihm hinter dem Haus ausklingen lassen.
Eingeladen war eigentlich jeder mit einem Delorean und auch jeder Fan des Flügeltürers. Neben den fast schon „alten Hasen“ in der Community waren auch diesmal wieder neue Leute dabei, die man zuvor noch nie gesehen hatte. Georg vertrat diesmal als „Neuer“ den Landkreis Aalen, nachdem Romy sich ja gedrückt hatte nur weil sie kurz danach erst mal nach Gran Canaria ausgewandert ist. Entsprechend gab es diesmal keine Ahoi-Brause und Vodka Knappheit in der Region. Aber keine Angst – sie kommt wieder zurück.

Das Event begann schon Samstag morgens mit einem Fahr-Sicherheits-Training auf dem  ADAC-Gelände in Augsburg direkt an der Autobahn. Mir selber war es nicht möglich daran teilzunehmen, da nach dem Besuch des Cannstatter Wasens am Abend zuvor solch ein frühes Aufstehen mehr als nur eine Qual gewesen wäre. Leider verpasste ich bei der Anfahrt auch die Ausfahrt zum Übungsgelände - der Anblick von Walzer tanzenden Schönheiten im Edelstahl-Kleidchen wäre sicherlich amüsant gewesen. 
Fazit des Trainings – bei nasser oder gar schneeglatter Fahrbahn – fahr langsam !!!
Ich denke dies sollte man jedem Delorean-Fahrer nahe legen - die eher nicht so gelungene Gewichtsverteilung durch den Heckmotor läßt das Heck bei winterlichen Verhältnissen oder einfach nur regennasser Fahrbahn gerne ausbrechen und Pirouetten drehen. Gute Reifen sind dabei natürlich nicht verkehrt, aber auch diese konnten nicht zaubern – das ist wie Tanzen mit teuren italienischen Schuhen !

Hank wäre nicht Hank wenn das nur ein Fahrsicherheitstraining gewesen wäre. Beobachtet wurde das ganze durch ein Filmteam das einfach mal die Mannschaft in der Konfiguration testen wollte und auch eine Kamera an einem Helikopter angebracht hatte. Doch dazu später mehr.

Gegen Nachmittag trudelten die ersten Gäste ein und da wurde auch gleich klar, was es mit dem diesjährigen Motto auf sich hatte – im Garten unter einem Baum stand neben einer Parkuhr Herbie ! Ausgedient und im Ruhestand (TÜV ist schuld) wird der Käfer hier die nächsten paar Jahre verbringen und die Vroni erfreuen.

Ein zweiter Käfer stand in einer anderen Ecke des Gartens vor einer Leinwand und gab mit Anbruch der Dunkelheit sein Geheimnis frei – ausgestattet mit einem Beamer und einer Soundanlage konnte man hier im eigenen kleinen Autokino die guten alten Herbie Klassiker anschauen. Genial, oder ?

Käfer

So nach und nach füllte sich der Rasen mit edlem Blech und der Kaffee wurde serviert – passend dazu Kuchen in Käfer-Form – SAM hat sich eigens dafür in der Hotelküche breit gemacht. 
Unser Schatzi kam sogar extra aus Hamburg angereist um dabei sein zu können, so sehr hatte er Sehnsucht nach der Truppe die schon in Belfast gemeinsam on Tour war. Deutlich über zehn fahrbare Keile fanden ihren Weg zu Deloman’s Party.

Noch vor Einbruch der Dunkelheit wurden die Benzingespräche unterbrochen für eine kleine Flugshow mit einem ferngesteuerten Helikopter. Auf der Wiese nebenan zeigte der jüngste des Filmteams was denn nun so möglich ist mit einem Heli.
Vorsichtshalber hatte ich meinen Kaffee dabei. Der Motor wurde gestartet und das Teil summte vor sich hin – regungslos am Boden stehend...spannend so eine fast kalte Tasse Kaffee...der Heli mußte nochmal gestartet werden...kein Wunder, wie soll so ein Teil Betriebstemperatur bekommen mit so einem großen Ventilator oben 
drauf ?
Der Motor lief wieder, der junge Pilot nahm seine Fernsteuerung in die Hand – wollte er nun doch Brown spielen ? Auf dem Acker ?
Wie eine Rakete wurde das Teil plötzlich in die Höhe katapultiert und vollzog Flugmanöver die eigentlich gar nicht hätten möglich sein dürfen. Ich kann es gar nicht beschreiben was genau da in der Luft abging, aber es ging. Vergesst den Gedanken, daß der Rotor oben und die Kufen unten sein müssen, die Physik wurde gänzlich auf den kopf gestellt oder gar ausgeschaltet ! Schande über mich, mein Spott wurde gerecht bestraft und wich der Begeisterung. Mittlerweile schwebte der Heli ca. 20cm kopfüber über dem Stoppelfeld um dann plötzlich wieder in den Himmel zu schießen. Wahnsinn ! Aber kein Wunder – er ist einer der zehn besten deutschen Modell-Heli-Piloten.
Für einen Augenblick dachte ich wirklich nun setzt Wolfgang der Show noch einen drauf und Adrian kommt mit seinem großen Heli vorbei, aber der drückte sich mal wieder mit der Begründung er müsse im Ausland arbeiten...

Eine zweite Showeinlage gab es dann als es dunkel war. Mit einem Strahler und passend zur Musik aus dem Porsche Cabrio tanzte der Heli am Himmel und war absolut faszinierend. Bilder davon waren nicht wirklich gut machbar mit meiner Kamera, auch würde es nicht annähernd rüber bringen was der Junge da in der Luft gezaubert hat.

Dann wurde endlich der Grill angefeuert – das war etwas erfolgreicher als mein Versuch damals in Italien ein Ei auf dem blanken Kofferraumdeckel zu braten...

Das Wetter war uns nicht ganz böse gestimmt, so konnten wir draußen die Benzingespräche fortsetzen, Erlebnisse des vergangenen Jahres in Belfast, Bad König und anderen Events erzählen und auch auf der Leinwand zeigen. Zu zeigen gab es wahrlich genug, da schauten selbst die Autos nicht schlecht.

Deloreans nachts vor einem Feuer

Das große Lagerfeuer, die Beschallung aus dem London-Taxi, die Beleuchtung und hier und da mal ein kleiner Drink sorgten für eine sehr gute Atmosphäre. Maliks Feuer-Show fiel diesmal allerdings recht kurz aus, der Grillanzünder schmeckte schon mal besser....

Brennender Grill


Aber er wäre kein Hank, wenn das alles gewesen wäre. Woher auch immer zauberte unser lieber KFZ-Meister plötzlich ein Feuerwerk hervor wie man es an Silvester oftmals vermißt. Ein Spektakel von bunten Farben zauberte er uns an den Himmel wie man es sonst nur von Stadtfesten oder Seenachtsfesten kennt. Die Show ging gute zehn Minuten als sie dann plötzlich unterstrichen von Blaulicht und Sirene endete. Das war ja klar, wird einmal im Jahr in einem Industriegebiet ein bisschen gefeiert, schon kommt der Gesetzeshüter und verdirbt den Spaß.
Das Polizeiauto – noch in den alten traditionellen Farben grün und weiß – kam hinters Haus in die Wiese gefahren und ich dachte noch – verdammt, das Lagerfeuer ist etwas zu heftig, nicht, daß es deswegen noch mehr Ärger gibt. Aber die Polizistin die dann ausstieg kümmerte das Feuer nicht wirklich. Im Gegensatz zu dem Auto hatte sie eine neue moderne Uniform an. Ja ja, die Bayern sind uns Schwaben voraus, es heißt ja nicht umsonst Freistaat. Aber etwas verwundert war ich im ersten Augenblick schon, so war die Uniform doch sehr figurbetont und die Polizistin ganz und gar nicht vom Typ graue Maus.

Falsche Polizistin

Ich ertappte mich tatsächlich dabei wie ich der Gesetzeshüterin ein paar sehr musternde Blicke zukommen ließ. So stieß ich letztendlich auch auf Ihr Abzeichen auf der Brust – eine US Flagge ? Sheriff ?
Moment...die letzte Nacht war lange und die Sinne nicht wirklich geschärft – wieso ruft die nun zehn Jungs aus der Gruppe zu sich und verpasst denen Handschellen ?
Und wieso muß ich auf einen einzeln stehenden Stuhl sitzen ? Was wird das ? ...Fragen die mir so durch den Kopf schossen während sie anfing mir mein Shirt über die Ohren zu ziehen und sich auf mich setzte.
Das hat man davon wenn man wenige Wochen zuvor noch sagt: „Ich habe ein neues Hardcore-Projekt vor mir – ich suche eine Frau !“. Die Gesetzeshüterin war natürlich eine Stripperin vom feinsten, da hat sich der liebe Hank bei der Auswahl sehr bemüht. Die Mädels kamen natürlich auch nicht zu kurz, auch hierfür hatte Wolfgang gesorgt. Allerdings bekam ich davon nichts mit, ich war damit beschäftigt die halbe Dose Sahne von mir abzuwaschen.
Nach diesem Spektakel ging das Fest ruhig und gesittet weiter, wobei Wolfgang uns immer wieder mit noch einer kleinen Besonderheit zu überraschen wusste. Eine Tombola durfte nicht fehlen und so wurden einige tolle Preise rund um den Delorean, unter anderem auch von unserem den Trip nach Belfast verteilt.

Polizistin in Aktion

Insgesamt ein sehr schöner und gelungener Abend mit anschließendem Brunch am nächsten Morgen. Nun war mir auch klar was der liebe Herr Hank meinte wenn er meinte, er habe so viel vorzubereiten.

Delos am Morgen


Es ist schön zu sehen was sich da in Augsburg die letzten paar Jahre entwickelt hat. Alles fing an mit einem recht traurigen „Bausatz“ in Form eines Delorean den sich Wolfgang damals in den Hof stellte und der heute als die flachste und silbernste Flunder nicht mehr nur deutschlandweit bekannt ist.

Zwei Delorean in der Sonne

Aus diesem Hobby wurde nach und nach der Anlaufspunkt schlechthin wenn es um Probleme und Wartung unserer geliebten Zeitmaschinen geht. So mancher Delorean in Deutschland wurde auch erst durch die Firma Hank und seine Jungs importiert, überholt und an einen neuen glücklichen Besitzer übergeben. Ich bin der Meinung, daß das Thema Delorean in Deutschland die letzten Jahre eine neue Wende erreicht hat. Dank den einfacher zugänglichen Informationen über das Internet, der Ersatzteilversorgung durch DMC-Houston und dem nun existierenden Anlaufpunkt in Bayern wo der DMC-12 nun endlich komplett fachmännisch gewartet und versorgt werden kann, ist das Mysterium Delorean nun lange nicht mehr so wild – schon fast alltäglich. Neben gutem Service und schneller Hilfe welche die Firma Hank bietet, habe nicht nur ich in Wolfgang einen guten Freund gefunden der zusammen mit Malik und den anderen Jungs das Hobby Delorean bereichert.
Aber nicht nur die Augsburger sollen hier erwähnt werden, nein auch die ganze Truppe die sich mehrmals im Jahr im Namen des Delorean trifft, Ausflüge veranstaltet und auch mal feiern kann. Eine geniale Mischung von Leuten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ich bin mal gespannt was die kommende Saison bringen wird nach Belfast / Irland und Catolica / Italien oder wer sich bereiterklärt das nächste Saisonabschluß-Treffen zu veranstalten. Über eines waren sich aber alle einig – Wolfgang hat die Meßlatte sehr hoch gehängt.

Weitere Bilder und Infos über dieses und andere Treffen sind aufwww.deloreans.de zu finden. Ich würde mich freuen weitere Besitzer der mittlerweile über 120 Deloreans in Deutschland im Forum begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Elvis