von Astrid Hofmann

Mittwoch, 12.05.2010:
In Augsburg ging es morgens los mit Butterbrezen und Kaffee, bevor die Gruppe sich gegen 10:00Uhr mit 7 Fahrzeugen auf den Weg machte. Beim Zwischenstop am Irschenberg wurde der Trupp dann mit 2 weiteren Delos komplett und die Reise zum ersten Zielort im Nachbarland Österreich konnte weiter gehen.

 

Der Obersalzberg, ehemaliges Feriendomizil von Adolf Hitler, das nach der Vertreibung der Einheimischen von ihren Höfen zur Kulisse für Propaganda und medienwirksame Inszenierung für die Strategie "volksnahe Politiker" im dritten Reich genutzt wurde. Bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1945 diente das sogenannte Führersperrgebiet neben Berlin als Führerresidenz und Ausgangspunkt für wichtige politische Entscheidungen.



Der Namen "Dokumentation Obersalzberg" trifft es sehr gut, denn mit zahlreichem Bild, Film- und anderem historischen Material wird dem Besucher in neutraler informativer Art versucht, die damaligen Zustände wissenschaftlich fundiert und allgemein verständlich zu vermitteln. Das hochbrisante Thema sorgt auch heute noch teils durch Unwissenheit, teils durch oberflächliche Vorurteile für kontroversen Gesprächsstoff.

 

Nach diesem beeindruckenden und sicher auch nachdenklich stimmenden Einstieg in unsere gemeinsame Reise durch die Alpenrepublik, der wohl jeden von uns auf seine Weise berührte, ging’s es dann über zahlreiche Kurven nach Salzburg ins Geburtshaus Mozarts.
Leider blieb nicht viel Zeit um lange in den zum Museum umgestalteten Räumen zu Verweilen, doch konnte man sich eine kurzen Eindruck über die Bleibe vom Wunderkind Wolfgang Amadeus machen und es war schon ein besonderer Moment sich in dem Raum zu befinden, in dem das Genie seiner Zeit den ersten Schreier losgelassen hat.

Ein vielfach gewünschter Tankstopp ob der gefüllten Tankstellen anlässlich des Feiertages am nächsten Tag bescherte eine lustige Begegnung mit den Gesetzeshütern, die bei Ihrem Rückwärts-Abgang fast einen Unfall verursacht hätten. Andere Schaulustige versuchten auf der Dachterrasse der Tankstelle liegend zwischen den Büschen hindurch ein Foto unserer für dortige Augen wohl unglaublichen Versammlung zu schießen.

Am Abend erwartete uns Neu-Deloreaner Andreas bereits im Kuglhof, wo wir vom Service-Team auf der extra für unseren Besuch abgetrennten Parkfläche herzlich begrüßt wurden und wir bald bei durchgängig leckeren Speisen entspannte Gespräche führten und somit kam der erste Tag in und um Salzburg nach einem doch nachdenklichen Einstieg zu einem versöhnlichen Ende.
Nicht unerwähnt bleiben darf die herzliche Aufnahme in unserem ersten Nachtquartier auf dieser Reise im Helmhof, einer kleine familiengeführte Pension mit Charme.

Donnerstag, 13.05.2010:
Der zweite Tag führte uns nach Linz ins Ars Electronica, das "Museum of the Future", wo der erste österreichische Deloreaner Thomas mitsamt Fahrzeug und Partnerin zu uns gestoßen ist. Bei der Führung durch das imposante Gebäude wurden neben mechanischen Kunstwerken der Gegenwart auch innovative Neuentwicklungen aus den Bereichen Medizin, Unterbewusstseinsanregung, Genkopie und Robotik gezeigt. Die abschließende 3-D Filmschau war durch eine doppelt angelegte Leinwand (senkrecht und waagerecht am Boden) ein neuartiger Filmgenuss

Draußen drehten wir dann alle noch eine Runde auf dem „Linzer Auge“, bevor wir zum Stift Melk aufbrachen, wo wir bereits von facebook-Kontakten X und Y mit gezückten Kameras erwartet wurden. Kurz nachdem die Parkpositionen auf dem Busparkplatz des Stiftes eingenommen waren kam auch schon Deloreaner Andreas aus Wien dazu und wir sind zu einem Spaziergang durch die Anlagen des Stift Melk losgezogen. Das Wetter war uns auch hier hold und so konnten wir die Anlage bei Sonnenschein erleben und auch noch im Biergarten einen kleinen Braunen, einen Gestreckten oder eine Mellange genießen.

Anschließend führte uns Andreas am Donauufer entlang durch das Wein- und Marillenanbaugebiet Wachau nach Krems, wo wir bereits vom Deloreaner Herbert nebst Partnerin erwartet wurden. Über verschlungene "ich-kenn-da-wen-die-kennt-da-wen"-Wege ist es Herbert gelungen uns die Fläche unmittelbar vor dem Karikaturmuseum Krems als Stellfläche zu organisieren. Nach einem herzlichen Empfang durch die Maketingleiterin des Hauses Fr. Martina Hackel hatten wir umfangreiche Gelegenheit das Haus und die Kunstwerke zu bewundern. Eine besondere Ehre kam uns zu Teil, als wir im ersten Stock von dem wohl über die Grenzen Österreichs bekannten Künstler Manfred Deix als mit einem kleinen Prolog zu dessen Verhältnis zum Thema Auto begrüßt wurden.


Ein weiteres Highlight der immer wieder wechselnden Ausstellung waren „Playboy-Kartoons“ des aus Österreich stammenden Künstlers Erich Sokol.
Fr. Hackel hat auch veranlasst, das die Öffnungszeit an diesem Tag etwas verlängert wurde, damit wir auch ausreichen Zeit hatten die gezeigten Werke intensiv zu erleben. Endstation an diesem Tag war das Hotel Lengbachhof in Altlengbach bei Wien.

Freitag, 14.05.2010:
Der Freitag begann mit einem Besuch des Essl Museum für zeitgenössische Kunst in Klosterneuburg, in dem uns Herr Oberhollenzer, einer der Museumskuratoren mit ein paar Sätzen empfing, bevor wir die Hallen mit den teilweise provozierenden Werken der Gegenwart erforschten. Das nicht nur architektonisch herausragende Essl Museum hat bei den Tourteilnehmern für kontroverse Stimmung und angeregte Diskussionen gesorgt. Somit hat die Kunst ihren Auftrag zu provozieren und das Gespräch anzuregen jedenfalls erfüllt. Deloreaner Gert aus Klosterneuburg nebst Frau, der seinen Wagen nach mehrjähriger Aufbauarbeit extra für diesen Anlass zwei Tage vorher zur Erteilung des "Pickerl" vorführte und dann erstmals zugelassen hat war sichtlich gerührt und begeistert von der Menge und dem Zitat: "Mut" der weit gereisten Deutschen
Delo-Tour-isten.

Der weitere Verlauf des Tages war Wien gewidmet, wo uns der ortsansässige Deloreaner Andreas in einem flotten Fußmarsch durch die Straßen seiner Heimatstadt führte. Während unsere Autos derweil sicher in einer zentral gelegenen Tiefgarage parkten, bestaunten wir die prachtvollen und wunderschönen Bauten Wiens. Der Weg führte uns am Parlament vorbei durch Volks- und Hofgarten. Wir passierten das Sisi-Museum und die Hofreitschule, schlenderten durch die Menschenmenge der Nobelmeile Wiens, Kohlmarkt genannt, bis zum Stephansdom.

Von hier ging es über die Kärntnerstraße an der Oper und dem Hotel Sacher vorbei zurück zu unseren Fahrzeugen, natürlich nicht, ohne vorher noch einen kurzen Schlenker durch ein, zwei Shops zu machen und in einem gemütlichen Kaffee über den Dächern des "MQ" (Museumsquartier) wo Sachertorte, Wiener Nusskuchen oder Apfelstrudel mit Schlag Obers gereicht wurde.

Nach der Rückfahrt und einer Verschnaufpause im Hotel trafen wir uns alle wieder in Laaben im Landgasthof zur Linde, ausgezeichnet als Top-Gasthof 2009, zu einem gemütlichen Abendessen. ...obwohl... nein, nicht alle, einer hatte nach der gewaltigen Frischluftzufuhr am Tag das Abendmahl verschlafen und das sollte den Rest der Reise noch für lustige Sticheleien sorgen… :)

Samstag, 15.05.2010:
Nachdem alle ausgeschlafen haben (...) ging die Reise weiter nach Baden in Niederösterreich, wo wir bereits von der Stadtpolizei erwartet, zu einer eigens für uns geöffneten Stellfläche vor der Römertherme geleitet wurden. "Unser" Gendarm geleitete uns auch noch durch die Gassen des Ortes bis zum Haus der Neunten, in dem Ludwig van Beethoven in den Jahren 1821 und 1822 an der 9. Symphonie arbeitete. Unter der sachkundigen Führung von Frau Hnatek erkundeten wir das Haus, und bekamen amüsante Einblicke in ein paar Geschichten, die sich um Beethovens Zeit in Baden ranken.
Herr Ramacher, Kulturleiter der Stadt Baden, der uns die Exklusivbehandlung in seiner Stadt ermöglicht hat, gesellte sich zu uns für eine Gruppenaufnahme um das Klavier Beethovens.

 

Die Reise führte die nächsten 240km durch viel Grün, viel Regen und viele Hügel weiter in die Steiermark nach Gröbming. Hier erwartete uns in Mitterberg im „Häuserl im Wald“ bereits Neu-Deloreaner Matthäus nebst Familie. der Empfang war herzlich und bald saßen wir alle gemütlich unter Berieselung durch eine Hochzeitskapelle, die für den Abend probte, am Kaffeetisch.
Das Abendessen war auch hier ein Gaumenschmaus, der Service vorzüglich und ein Teil der Truppe verbrachte die halbe Nacht anschließend noch an der Bar...

Sonntag, 16.05.2010:
Aufgrund der Wetterverhältnisse wurde ein wenig am Plan gefeilt, die Abfahrt auf den Stoderzinken wich einer nicht minder schönen Abfahrt durch viel Grün und vielen Kurven. Wir folgten dem jetzt zu uns gestoßenen ortskundigen Deloreaner Helmut über die Ramsau, Filzmoos nach Annaberg-Lungöz ins Winterstellgut im Dachsteingebirge.

Hier staunten wir ob des gepflegten englischen Rasens und des exklusiven originalgetreu nachgebauten Bauernhofs, den sich mr. Red Bull höchstpersönlich in diese ruhige Nische mit atemberaubenden Talblick gesetzt hat. Trotz des unangemeldeten Auftauchens unserer
16-köpfigen Gruppe wurde uns für einen Kaffee Platz geschaffen und wir genossen die besondere und einzigartige Atmosphäre, bevor es weiter über Grödig und Berchtesgaden hinunter ins Reichenhaller Tal ging.

Hier fand die Reise ihren Abschluß in einem Abendessen im „Stammlokal“ der Deloreaner, in der Obermühle Schreyer. Die Freude der Wirtsleute über das Wiedersehen war übergroß und es wurde bei Opas Geschichten gelacht und geschmaust, bis es dann doch ans Verabschieden ging und die Fahrzeuge in verschiedenen Richtungen ihre jeweilige Heimat ansteuerten.

 

Im Resumée war es eine wie gewohnt sauber durchorganisierte, sehr entspannte Rundreise durch das sehenswerte Österreich mit Spaß & Genuß, sowohl kulinarisch als auch kulturell. Landschaftlich unwahrscheinlich ansprechend und trotz des Sonnenmangels war die Freude an der Tour ungetrübt.

Dunkle Wolken waren am Himmel wohl gegenwärtig, doch hatten wir das Glück nur einmal bei Regen aus dem Auto steigen zu müssen. Ansonsten waren wir unterwegs, oder in Gebäuden während sich der Himmel über Österreich entleerte.

"Angefangen bei der Dokumentation in Obersalzberg über Wien mit seinen prunkvollen Bauten und Sehenswürdigkeiten bis hin zur malerisch schönen Berg- und Tallandschaft Österreichs, die selbst bei dem derzeit herrschenden verhangenen Himmel noch bewundernswert war…dieser Trip war in vielerlei Hinsicht ein Event! Dazu die Gelegenheit, mit einigen österreichischen Deloreanern zusammenzutreffen. Jeder konnte die positiven Energien spüren, die diese Zusammenkünfte hervorbrachten. Wo wir auch hinkamen, fröhliches Grinsen und Daumen hoch, teilweise aus vorbeifahrenden Autos, begleiteten uns."

Die ursprüngliche Idee für diesen Ausflugs war es die Deloreaner aus unserem Nachbarland zu besuchen und dieser Gedanken wurde von unseren österreichischen Kollegen aufgenommen und die „Tournee“ somit zu einer tollen Begegnungstour gemacht! Andreas, Gert, Helmut, Herbert, Matthäus, Thomas, vielen Dank für den herzlichen Empfang in Eurer Heimat!

…und die nächste Begegnungs-Tour ist bereits geplant. Im nächsten Jahr geht es nach Italien!