Samstag den 09.05.



Dieser neue Morgen brachte uns auch gleich eine neue und für die ganze Tour durch Skandinavien gleichermaßen gültige Erkenntnis: herrliches Brot und lecker Frühstücksbrötchen haben die hier! Selbst in diesem kleinen Haus in Dänemark gab es eine wundervolle Auswahl an frisch gebackenen und zumeist noch ofenwarmen hellen und dunklen Backwaren, von luftig leicht bis wohlig fest und eine Scheibe leckerer wie die davor. Hier hätte man auch ohne Butter, Wurst und Käse einen köstlichen Start in den Tag finden können. Doch genug geschwärmt, wir sind hier schließlich nicht nur zum Essen auf die Tour gegangen, wobei der Einstieg heute auch diese Reise unter einen kulinarisch guten Stern stellt.


Nach Frühstück und Verabschiedung war schnell wieder alles fest verpackt und der offizielle Teil des Tages konnte starten. Nur noch via Telefon ein gemeinsames Geburtstagsständchen für unseren Deloreanerkumpel Georg aus dem Schwäbischen gesungen, der sich zuerst zu seiner Verwirrung ein 4-stimmiges „we wish you a merry christmas“ anhören durfte, dann aber unter seinem unüberhörbaren Gelächter von seiner  Seite der Leitung doch noch ein fröhliches „HAPPY BIRTHDAY“ von uns bekam.   Pünktlich um 10:00Uhr starteten die Motoren und der Hafen war nach ein paar Kilometern flott erreicht. Wir nutzten noch die letzte Tanke vor der Fähre um alle Wagen voll zu haben und sind bei der ersten groben Verbrauchsanalyse für die Delos bei etwas unter 10 Liter gelandet. Alle drei annähernd gleich und somit laufen wohl alle drei im gleichen Rhythmus . Bei „G“ ist es wie in den früheren Touren: doppelte Masse, doppelter Verbrauch, also auch alles im Lot.


Am Hafen dann hatten wir den ersten Kontakt mit nordischem Regen und auch ein für uns Alemannen ungewohntes Verhalten mancher Autofahrer galt es zu verstehen. In Zeiten wo in unserer Heimat dank „Start-Stop Automatik“ an der roten Ampel der Motor verstummt und unser teutonisch angelerntes Wissen über Rohstoffknappheit und schwindenden Ölreserven uns auch am Bahnübergang den Motor abstellen lässt, wirkt ein augenscheinlich sinnlos im Stand laufendes Auto auf uns zeitweise auch etwas mit dem Hilfsmittel der Angst geprägten Deutschen erst verwirrend und dann fast schon aggressiv. Doch gilt es auch hier erst einmal durchzuatmen und die Kulturen und Notwendigkeiten der die Situation geschuldet ist zu verstehen. Da es im hohen Norden zeitweise so tiefe Temperaturen hat, dass ein einmal abgestellter Motor bereits nach wenigen Minuten nicht mehr starten würde und somit Leib und Leben sehr leicht in Gefahr kämen, stellt der Skandinave seinen Motor ohne Not nicht ab. Das für uns angesichts der hier am Hafen von Hirtshals relativ milden Temperaturen erst einmal unverständliche Verhalten wird somit nachvollziehbar und wir verbuchen das unter „kultureller Unterschiede“.


Die kalt verregnete (wer geht schon raus an Deck bei  diesem Wetter…?), doch komfortable Fahrt in den sehr bequemen Stühlen der VOYAGER Class führte uns in wenigen Stunden nach Kristiansund in Norwegen. Weder bei Abreise noch bei Ankunft wurden irgendwelche Papiere oder gar Fahrzeuge kontrolliert. Der Grenzverkehr bewegt sich hier zwar durchaus unter den scharfen Blicken ein paar weniger Grenzbeamter, jedoch läuft alles sehr entspannt und vollkommen störungsfrei. Der Regen kam mit uns mit und schon kurz nach dem Anlegen der „Super Speed 2“ rollte die ganze Blechlawine von Bord und unser Quartett weiter Richtung Tagesziel  Flekkefjord. 


Hier in Flekkefjord, der idyllisch am Fjord gelegenen westlichsten Stadt an der Südwestküste Norwegens mit seinen etwa 9000 Einwohnern, wurden wir von Deloreaner Stian nebst seinen Kindern Sunniva und Trygve freundlich empfangen. Stian hatte auch gleich einen mit Kamera bestückten Journalisten vom hiesigen Tagblatt mit an den Start gebracht und so kam es neben einem fröhlichen Hallo auch gleich zu Interviews, Bilderserien und ein paar Proberunden auf den Beifahrersitzen der Welt Tour Deloreans. Da Stian zwar drei Deloreans besitzt, aktuell jedoch keiner fährt, war die Stadtrundfahrt in unseren dwt´s nicht nur für Reporter Lars, sondern auch für Sunniva und Trygve die erste echte Fahrt in einem DMC12.


Nach einem sehr schmackhaften landestypischem Abendessen kamen wir beim Versuch die Rechnung zu bezahlen erstmals an norwegischen Grenzen an. VISA würde zwar überall in Norwegen akzeptiert werden, jedoch hier nur eine norwegische VISA. Nach der Erkenntnis, dass Kreditkarten wohl doch nicht, wie anfangs von uns naiv angenommen, international und weltweit uneingeschränkt nutzbar wären, hat Klausi den Geldautomaten auf der anderen Straßenseite bemüht und unser Zeche somit in bar beglichen. Alles war gut. Die Bäuche voll, die Laune gelassen und so entspannt wie wir waren nutzten wir noch die Gelegenheit ein paar Bilder „Delo nebst Fjord und Hotel“ zu machen. Uns hat hierbei auch Flekkefjords Jugend wahrgenommen und es kam mit den durchweg englisch sprechenden Kids noch zu netten Gesprächen über Delos, Volvos und so Einigem dazwischen. Und so ging wieder ein toller Tag zu Ende.