Dienstag den 12.05.


Der neue Tag startete gemeinsam mit einem feinen und gemütlichen Frühstück, dass uns Dagmar und Jan gezaubert haben. Die Zutaten hatten wir gestern noch beim örtlichen Supermarkt erstanden und auch hier war das Brot wieder ein besonderer Genuss und nicht zu vergessen die Erinnerung an die Bedienung der spektakulären Brotschneidemaschine in diesem Laden. Ein weiteres Highlight des gestrigen Tages . Jetzt aber los, noch ein bisschen nach den Autos gucken, am G die Keilriemen gespannt und nach Klausis nüchterner Erkenntnis,  der Motelbetreiber habe gestern wohl die Liebe seines Lebens gefunden, weil er das Schild „LEDIG“ abgenommen hat, starteten wir nach einer letzten kurzen Einkehr im Troll- und Souveniershop von Dombås weiter in Richtung Schweden. 


Noch ein paar Worte zum Troll: Die aus der Mythologie eher als grausam geltenden Riesenkreaturen haben es nicht zuletzt über das lokale Kunsthandwerk als heute meist sympathische und freundliche Wesen in das 21. Jahrhundert geschafft und werden in allen nur erdenklichen Variationen gerne als Souvenirs an launige Touristen verkauft. (dwt1 beheimatet seither einen Troll und auch in dwt2 findet sich am Armaturenbrett ein kleines „ACHTUNG TROLLE“ Schild…)


Auf dem Weg nach Schweden fallen uns verkehrsregeltechnisch die immer wieder kehrenden fest installierten Geschwindigkeitskontrollen auf und eine intuitive Ampelschaltung an einer nur für eine Richtung befahrbare Brücke verdient hier besondere Erwähnung. Auf der eher wenig befahrenen Strecke war ein denkbar simples, jedoch sehr effektives System angewandt. Zwei Kameras erkennen den jeweils herannahenden Verkehr schon von weitem und schalten die Ampelanlage umgehend entsprechend der aktuellen Situation auf grün oder eben rot. So kommt es kaum zum Stillstand, der Verkehrsfluss wird nicht unterbrochen und man steht nicht sinnlos mit laufendem Motor an der Ampel herum. Systeme die Schule machen sollten!


Am frühen Nachmittag haben wir die grüne Grenze zu Schweden erreicht und nutzten eine kleine Pause für ein paar Aufnahmen. Ein letzter Norweger lies auch nicht lange auf sich warten und der im Kleintransporter angereiste Herr sprach überraschend gutes Deutsch. Ein Autofan. Nach eigenen Angaben Renault Alpine Liebhaber. Er führte uns dann ungefragt, doch voller Überzeugung in seine Sicht der Dinge zum Thema Delorean ein, sprach über technische Details und die ersten 8 DMC Prototypen auf Alpine Basis und… hier bricht der Autor ab und übergibt schweigend und höflich lächelnd den in der Szene beliebten und bekannten Gerüchte Flyer…  Wolfgang konnte sich mit der Bemerkung, er sei hier nur der Mechaniker und habe über diesen Teil der Fahrzeughistorie keine Kenntnis und den Umstand, dass man doch nun weiter müsse, aus dem Gespräche befreien und die Reise konnte weiter gehen. Nach etwa 50 Metern hatten wir schwedischen Boden erreicht und es galt die letzten 20 Minuten schnell wieder zu vergessen.


Bald darauf  hatten wir unser heutiges Tagesziel, die annähernd mittig in Schweden gelegene Stadt Östersund erreicht. Nach dem obligaten  Service an den Fahrzeugen auf dem Hotelparkplatz, der auch hier mit ein paar Gesprächen mit Anwohnern und Passanten und durchaus interessanten Frage-Antwort Spielchen:


Across the Arctic Circle?   Yes.    With these cars.   Yes.    With three Deloreans.   Yes.    You are kidding.   Öhm, No.    You are crazy?   Well, maybe just a little.    And than around the world?   Yes!    Sure?   Yes!    Where do you come from?   Germany.    Mhm… Germans are crazy.


Nach einem regen Austausch mit den Einheimischen und der Gewissheit, den Menschen ein kurzes, aber wohl klares Bild über uns Deutsche vermittelt zu haben, meldete sich welttourtypisch der Magen und verlangte nach Füllung.


Nur einen kurzen Spaziergang vom Hotel entfernt fand sich das „Thai“, eine Gaststätte die ihrem Namen gerecht zu werden scheint. Das ganze Lokal war in Bambus ausgekleidet und das gesamte Interieur wirkte mit zahllosen saftig grünen Pflanzen und urige ländlich wirkenden dunklen Holztischen, sehr gemütlich und man fühlte sich tatsächlich ein bisschen wie in Thailand. Yun, ein junger Mann unverkennbar asiatischer Herkunft, empfing uns freundlich in leicht gebrochenem Englisch, geleitete uns zu einer der mit Bambus abgetrennten und einem Strohdach eingekleideten gemütlichen Nischen und wir machten uns auch gleich an die Auswahl der Speisen. Klausi als erfahrener Thailand Reisender konnte uns das ein oder andere Gericht übersetzen und so kamen wir schnell auf eine Speisefolge. Er kramte dann all seine Thai Sprachkenntnisse zusammen und gab somit unsere Bestellung in Anerkennung des Lokals „Thai“ stotterfrei und flüssig in feinstem Thai auf, nicht ohne die verblüfften, doch durchaus respektvollen Blicke des ganzen Teams zu ernten.


Verblüfft waren jedoch nicht nur wir, sondern vor allem unser asiatischer Kellner. Er guckte etwas verwirrt in Richtung Klausi, der daraufhin unsere Bestellung etwas langsamer und noch deutlicher in für unsere Ohren außerordentlich fein klingendem Thai wiederholte. Der Kellner guckte immer noch verwirrt und bemerkte dann trocken und mit einem leichten Grinsen:  „I don´t understand. I´m from Korea.“


Pause – Blicke – schallendes Gelächter. So kann man sich täuschen!  Der Abend hatte nach diesem  Einstiegslacher noch etliche weitere lustige Momente und wir hatten eine gute Zeit mit Yun, unserem koreanischen Kellner und den scharfen, doch durchweg sehr leckeren thailändischen Speisen. Um 21:45Uhr war dann Zapfenstreich und Verabschiedung, der Schwede geht wohl früh zu Bett.   Erkenntnis des Tages: Es ist nicht immer so wie es scheint!