Karosserie

  

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Frontklappe

 

 

Das Frontklappenschloß ist als Kombination federbelasteter Dorn und Schließe ausgeführt. Der Haubenzug ist unverhältnismäßig lang und liegt lose im Wagen, was eine Betätigung auch bei geschlossener Türe z.B. durch die geöffnete Seitenscheibe möglich macht. Wohl eine Eigenheit, die ausschließlich im PILOT Stadium Verwendung fand. Auch der Feststeller für die Position "offen" entspricht noch nicht den in der Serie verwendeten und erst in den späten 70ern standartisierten Gasfedern, sondern ist rein mechanisch ausgeführt und entstammt wohl einem Lagerregal von Lotus. Im Ur Esprit ist  vorne rechts ein vergleichbares Teil verbaut.

 

links: PILOT21                                                                                              rechts: Serie

 

Die Anschraubflächen für die Frontklappenscharniere zeigen bei  PILOT21  je vier Innengewinde (wie im Bild links)  um das Haubenscharnier zu befestigen. Bei frühen Modellen (mitte) wurden je vier Stehbolzen eingesetzt und für die Großserie dann eine in Langlöchern von rechts nach links verschiebbare Stehbolzenplatte (rechts) eingelegt.

 

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Kotflügel vorne

Die vorderen Kotflügel sind in Form und Ausführung den späteren Serienteilen sehr ähnlich. Die Unterschiede erschöpfen sich in der vollkommen glatten inneren

Anschraubkante und den runden Bohrungen zur Befestigung der Seitenleuchten per Blechschraube.      In der Serie wurde die Anschraubkante zwecks Steifheit

geprägt und an Stelle der gebohrten runden Löcher befinden sich Steckmuttern aus Kunststoff in denen die Blechschrauben halt finden und keinen Rost ansetzen.

 

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Seitenscheiben hinten

Die Seitenscheiben in den hinteren Seitenteilen sind, wie auch die Türscheiben, aus Acrylglas gefertigt. Der Lufteinlaß am hinteren Ende der Scheibe ist noch nicht

fertig entwickelt und ausgeformt, entspricht aber von der Grundidee bereits dem späteren Serienteil. Durch die Öffnung rechts wird Verbrennungsluft angesaugt.

 

links: PILOT21                                                                                                     rechts: Serie

 

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Türen

Die Türen von PILOT21 sehen auf den ersten Blick aus wie ganz gewöhnliche Serientüren. Bei näherer Betrachtung tun sich jedoch so einige Abweichungen auf. Die Außenhaut der Türe entspricht in Form, Material und Beschaffenheit grundsätzlich der späteren Serientüre. Da in 1979 noch keine Entscheidung über die Ausführung der späteren Außenspiegel getroffen war, waren ab Lotus keine Öffnungen für Anschraubpunkte oder gar Kabeldurchführungen vorgesehen. Auch eine Aussparung für einen Schließzylinder sucht man vergebens. Bei unseren Türen wurden später jeweils zwei Löcher zum Anbau von einfachen Zubehörspiegeln per Blechschrauben eingebohrt. Die Spiegel waren nicht mehr vorhanden, jedoch eine der Sockelunterlagen. Damit ließen sich mit "etwas" Geduld eventuell sogar die damals verbauten Spiegel identifizieren, oder zumindest die Auswahl eingrenzen.

Nach erstem Planungsstand wollen wir die Bohrlöcher verschließen um den Wagen in seinen tatsächlichen Ursprungszustand zu versetzen und zur Vollabnahme und eventueller späteren Nutzung auf öffentlichen Straßen werden wir eine anklemmbare Spiegelvariante anfertigen. Entweder klassisch und wie in den späten 70ern üblich, verchromt, oder bereits in Form der späteren Serienspiegel, aber eben nicht angeschraubt, sondern mit Klemmverbindung um die Spiegel so ohne größeren Aufwand und ohne verbleibende Spuren ab- und anbauen zu können.

Der gesamte Unterbau der Türen, somit alles außer der Außenhaut, ist bei PILOT21 aus normalem Stahl, also nicht aus Edelstahl, gefertigt. Die Einzelteile wurden augenscheinlich bereits auf Pressen geformt, doch wurden alle Segmente in Handarbeit gefügt und verschweißt. Der Unterbau der Türen von PILOT21 waren wohl sehr stark verrostet, sind im unteren Bereich stellenweise sogar bis zum Durchbruch geschwächt und wurden von einem Vorbesitzer mit Sand gestrahlt und alle nicht-Edelstahlbereiche per Pulverbeschichtungsverfahren schwarz matt ausgeführt. Über die Beschaffenheit einer originalen Korrossionsschutzbeschichtung haben wir keine Kenntnis, doch befinden sich in unseren Lagern diverse Vorserienteile mit verschiedensten Normalstahlsegmenten und Ein- und Anbauten und diese sind allesamt nicht lackiert oder anderweitig beschichtet. Nach zeitgenössischen Fotografien zu urteilen, waren die Innenteile der PILOT Türen jedoch schwarz matt lackiert.

Bohrungen und Halterungen für elektrische Fensterheber und die Stellmotoren der Zentralverriegelung gibt es noch nicht. Die Türen sind auch mit keiner dieser Funktionen ausgestattet.

 

Da PILOT21 grundsätzlich nicht für den Betrieb auf der Straße, sondern für den Abgastest und somit dem Lauf auf einem Prüfstand ausgestattet wurde, war die rechte Türe mit einer durchgehenden und feststehend eingeklebten 5mm starken Acrylglasscheibe bestückt.

 

 

Wie in der hier links gezeigten Aufnahme von 1980 zu sehen, wurde die Fahrertüre mit einer 2-teiligen Scheibe bestückt, eine davon als Schiebefenster ausgeführt, um mit dem Fahrer, oder bei PILOT21 wohl dem Motorenbediener, kommunizieren zu können. Die Türscheibe links, abgebildet hier der zu schiebende Teil, befindet sich bereits seit mehreren Jahren in unserem Lager und kommt nun wieder an ihren ursprünglichen Platz oder dient uns als Vorlage für eine 1:1 Reproduktion dieses Bauteils.

 

 

Die Türen wurden beide mit jeweils einem innen unten mittig angeschweißten Klappverschluss geschlossen gehalten. Türschlösser, Schließbolzen, Entriegelungsmechaniken oder gar Verschließsysteme sind weder verbaut, noch sind entsprechende Bohrungen oder gar Gewinde an Türen oder Fahrzeug vorgesehen. Einzig die Aufnahmen für die Türschlösser (Schlitze für das eingleiten der Türbolzen und jeweils 3 Bohrungen zur Befestigung des Schlosses) sind bereits vorhanden.

 

Wie auf dieser zeitgenössischen Fotografie zu erkennen ist, sind an diesem PILOT zur Verkleidung der Türinnenseite nur entsprechend den inneren Türkonturen abgekantete Bleche angebaut. Auf dieser Aufnahme ist weder Griff noch Schlaufe zu sehen, was bei der rechten Türe für den PILOT auch keinen Sinn ergeben würde, da weder Drehstab-, noch Gasdruckfeder vorgesehen waren.

 

Die roh und glatt ausgeführten Vorserien Kunststoffverkleidungen an A-Säule und B-Säule zeigen keine Durchbrüche für die Montage von Türbolzen und nach Abbau der Paneele und Kunststoffverkleidungen war zu erkennen, dass auch keine Anschraubkonsolen für Türbolzen montiert sind. Auch fehlen Aussparung und Anschraubgewinde für einen Kugelbolzen zur Montage Türdämpfer zur rechten Türe und rechts ist auch keine Drehstabfeder vorhanden, bzw. war augenscheinlich auch nie vorgesehen.

Zur linken Türe ist eine Drehstabfeder mit einer im Vergleich zur späteren Serienversion noch abweichenden Montageplatte zur Verdrehsicherung verbaut und auch ein Kugelbolzen, in Ausführung noch deutlich schwächer und in seiner Einbaulage deutlich tiefer wie in der späteren Serie, ist an der linken B-Säule montiert. Zur Stabilisierung bzw. Fixierung des unteren Kugelbolzen ist an der B-Säule eine Stahlblech aufgebracht. Somit konnte die Türe zumindest offen gehalten werden. Im geschlossenen Zustand wurde die Türe über einen mittig angebrachten einfachen und einem klassischen Truhenverschluß nicht unähnlichen Schnapper geschlossen gehalten. Wir werden eben diese Klappverschlüsse an beiden Türen wieder aktivieren um sie so für den Fahrbetrieb geschlossen zu halten.

 

Weder rechts noch links sind Bohrungen und Einschraubgewinde für Türfangbolzen zu erkennen.

Die Elemente zwischen Chassis und Edelstahlpaneele sind noch in rohem und glattem GFK (Glasfaserverstärktem Kunststoff) ausgeführt und das hintere Element wurde von unten bis oben als durchgehendes Stück gefertigt. In der Serie wurden hier Einzelteile verwendet um u.a. die Servicefreundlichkeit bei Arbeiten an der unteren Kugelbolzenaufnahme zu erleichtern.

 

An der rechten Türe steht auch keine Aufnahme für einen Kugelbolzen zum Anbau einer Gasdruckfeder zur Verfügung. 

 

An der linken Türe sind sowohl Drehstabfeder, als auch ein kleiner Kugelbolzen zur Aufnahme einer Gasdruckfeder verbaut.

 

Die Blechbeplankung der rechten Türe ist umfassend verdellt und verdrückt und erinnert stark an "Wellblech".

Die linke Türe zeigt umfangreiche Spuren vom Sandstrahlen und ist somit mehr rauh wie glatt.

 

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Ziergitter B-Säule

Die Zierteile an der B-Säule, in der Serie als bündig eingesetzte und luftdurchlässige Blenden ausgeführt, sind hier zwar vom Design bereits ähnlich der Serie, doch noch aus einem Vollblock gefertigt und hier jeweils mit 4 Blechschrauben in Position gehalten. In der späteren Serie wird durch diese Luftauslässe zum einen der bei Türschließung entstehende Überdruck abgebaut und bei eingeschalteter Frischluftzufuhr (Heizung / Lüftung / Klima) wird hierüber Luft abgeführt, was eine Frischluftzufuhr erst möglich macht (sog. Zwangsentlüftung).

 


--- Fortsetzung folgt ---