Türen

 

Die Türen von PILOT21 sehen auf den ersten Blick aus wie ganz gewöhnliche Serientüren. Bei näherer Betrachtung tun sich jedoch so einige Abweichungen auf. Die Außenhaut der Türe entspricht in Form, Material und Beschaffenheit grundsätzlich der späteren Serientüre. Da in 1979 noch keine Entscheidung über die Ausführung der späteren Außenspiegel getroffen war, waren ab Lotus keine Öffnungen für Anschraubpunkte oder gar Kabeldurchführungen vorgesehen. Auch eine Aussparung für einen Schließzylinder sucht man vergebens. Bei unseren Türen wurden später jeweils zwei Löcher zum Anbau von einfachen Zubehörspiegeln per Blechschrauben eingebohrt. Die Spiegel waren nicht mehr vorhanden, jedoch eine der Sockelunterlagen. Damit ließen sich mit "etwas" Geduld eventuell sogar die damals verbauten Spiegel identifizieren, oder zumindest die Auswahl eingrenzen.

Nach erstem Planungsstand wollen wir die Bohrlöcher verschließen um den Wagen in seinen tatsächlichen Ursprungszustand zu versetzen und zur Vollabnahme und eventueller späteren Nutzung auf öffentlichen Straßen werden wir eine anklemmbare Spiegelvariante anfertigen. Entweder klassisch und wie in den späten 70ern üblich, verchromt, oder bereits in Form der späteren Serienspiegel, aber eben nicht angeschraubt, sondern mit Klemmverbindung um die Spiegel so ohne größeren Aufwand und ohne verbleibende Spuren ab- und anbauen zu können.

Der gesamte Unterbau der Türen, somit alles außer der Außenhaut, ist bei PILOT21 aus normalem Stahl, also nicht aus Edelstahl, gefertigt. Die Einzelteile wurden augenscheinlich bereits auf Pressen geformt, doch wurden alle Segmente in Handarbeit gefügt und verschweißt. Der Unterbau der Türen von PILOT21 waren wohl sehr stark verrostet, sind im unteren Bereich stellenweise sogar bis zum Durchbruch geschwächt und wurden von einem Vorbesitzer mit Sand gestrahlt und alle nicht-Edelstahlbereiche per Pulverbeschichtungsverfahren schwarz matt ausgeführt. Über die Beschaffenheit einer originalen Korrossionsschutzbeschichtung haben wir keine Kenntnis, doch befinden sich in unseren Lagern diverse Vorserienteile mit verschiedensten Normalstahlsegmenten und Ein- und Anbauten und diese sind allesamt nicht lackiert oder anderweitig beschichtet. Nach zeitgenössischen Fotografien zu urteilen, waren die Innenteile der PILOT Türen jedoch schwarz matt lackiert.

Bohrungen und Halterungen für elektrische Fensterheber und die Stellmotoren der Zentralverriegelung gibt es noch nicht. Die Türen sind auch mit keiner dieser Funktionen ausgestattet.

 

Da PILOT21 nicht für den Betrieb auf der Straße, sondern nur für den Abgastest und somit dem Lauf auf einem Prüfstand ausgestattet wurde, ist die rechte Türe mit einer durchgehenden und feststehend eingeklebten 5mm starken Acrylglasscheibe bestückt.

 

 

Wie in der hier links gezeigten Aufnahme von 1979 zu sehen, wurde die Fahrertüre mit einer 2-teiligen Scheibe bestückt, eine davon als Schiebefenster ausgeführt, um mit dem Fahrer, oder bei PILOT21 wohl dem Motorenbediener, kommunizieren zu können. Die Türscheibe links, abgebildet hier der zu schiebende Teil, befindet sich bereits seit mehreren Jahren in unserem Lager und kommt nun wieder an ihren ursprünglichen Platz oder dient als Vorlage für eine 1:1 Reproduktion dieses Bauteils.

 

 

Die Türen wurden beide mit jeweils einem innen unten mittig angeschweißten Klappverschluss des US amerikanischen Herstellers CAMLOC geschlossen gehalten. Türschlösser, Schließbolzen, Entriegelungsmechaniken oder gar Verschließsysteme sind weder verbaut, noch sind entsprechende Bohrungen oder gar Gewinde an Türen oder Fahrzeug vorgesehen. Einzig die Aufnahmen für die Türschlösser (Schlitze für das eingleiten der Türbolzen und jeweils 3 Bohrungen zur Befestigung des Schlosses) sind bereits vorhanden.

 

Wie auf dieser zeitgenössischen Fotografie zu erkennen ist, sind an diesem PILOT zur Verkleidung der Türinnenseite nur entsprechend den inneren Türkonturen abgekantete Bleche angebaut. Auf dieser Aufnahme ist weder Griff noch Schlaufe zu sehen, was bei der rechten Türe für den PILOT auch keinen Sinn ergeben würde, da weder Drehstab-, noch Gasdruckfeder vorgesehen waren.

 

Die roh und glatt ausgeführten Vorserien Kunststoffverkleidungen an A-Säule und B-Säule zeigen keine Durchbrüche für die Montage von Türbolzen und nach Abbau der Paneele und Kunststoffverkleidungen war zu erkennen, dass auch keine Anschraubkonsolen für Türbolzen montiert sind. Auch fehlen Aussparung und Anschraubgewinde für einen Kugelbolzen zur Montage Türdämpfer zur rechten Türe und rechts ist auch keine Drehstabfeder vorhanden, bzw. war augenscheinlich auch nie vorgesehen.

Zur linken Türe ist eine Drehstabfeder mit einer im Vergleich zur späteren Serienversion noch abweichenden Montageplatte zur Verdrehsicherung verbaut und auch ein Kugelbolzen, in Ausführung noch deutlich schwächer und in seiner Einbaulage deutlich tiefer wie in der späteren Serie, ist an der linken B-Säule montiert. Zur Stabilisierung bzw. Fixierung des unteren Kugelbolzen ist an der B-Säule eine Stahlblech aufgebracht. Somit konnte die Türe zumindest offen gehalten werden. Im geschlossenen Zustand wurde die Türe über einen mittig angebrachten einfachen und einem klassischen Truhenverschluß nicht unähnlichen Schnapper geschlossen gehalten. Wir werden eben diese Klappverschlüsse an beiden Türen wieder aktivieren um sie so für den Fahrbetrieb geschlossen zu halten.

 

Weder rechts noch links sind Bohrungen und Einschraubgewinde für Türfangbolzen zu erkennen.

Die Elemente zwischen Chassis und Edelstahlpaneele sind noch in rohem und glattem GFK (Glasfaserverstärktem Kunststoff) ausgeführt.

 

An der rechten Türe steht auch keine Aufnahme für einen Kugelbolzen zum Anbau einer Gasdruckfeder zur Verfügung. 

 

An der linken Türe sind sowohl Drehstabfeder, als auch ein kleiner Kugelbolzen zur Aufnahme einer Gasdruckfeder verbaut.

 

Die Blechbeplankung der rechten Türe ist umfassend verdellt und verdrückt und erinnert stark an "Wellblech". Die linke Türe zeigt umfangreiche Spuren vom Sandstrahlen und ist somit mehr rauh wie glatt. Die Innenrahmen der Türen sind noch aus einfachem und nicht korrossionsresistenten Normstahl gefertigt und sind im unteren Bereich durch eben diese Korrossion geschwächt. Bei einem Vorbesitzer wurden diese Innenrahmen gestrahlt und in einem Pulverauftrags- und Schmelzverfahren schwarz beschichtet.

 

Aufgrund des schlechten Gesamtzustands der original Türen haben wir uns entschlossen, aus unseren Lagerbeständen geeignete alternative Bauteile zu nehmen und sie für den Einsatz an PILOT21 entsprechend umzubauen. Es werden zwei sehr frühe Türen Verwendung finden, eine davon wurde in 1981 als "SCRAP" definiert und wir werden diesem "Schrott" somit eine neue Plattform bieten um am Ende der Aktion zwei originalgetreue Portale am Wagen zeigen zu können. Die echten Originalteile werden in einem unserer Lager sicher für die Nachwelt verwahrt.

Nach intensiver Recherche konnten die Klappverschlüsse der Türen als ein Produkt des US-Amerikanischen Herstellers CAMLOC identifiziert und über ein paar Umwege und glückliche Zufälle originalgetreu beschafft werden. Diese Edelstahl Verschlüsse werden, wie an den original PILOT21 Türen, nebst einem Metallwinkel an die Türen angeschweißt.

 


--- Fortsetzung folgt ---