Der Delorean DMC12

 

 

Daten:

Bauzeit der Fahrzeuge mit Fahrgestellnummer:   21.01.1981 bis 25.12.1982

Produktionszahl:   ca. 9000

 

Motor:

PRV6 (B28E/F)  Hubraum 2849ccm   Leistung 96KW/130PS

Der Motor folgt einer Gemeinschaftsentwicklung von Peugeot, Renault und Volvo. Das ursprünglich als V8 geplante Motorenkonzept wurde wegen der Ölkrise in den 70ern um 2 Zylinder verkleinert und sollte als "System Euro-V6" in die Automobilgeschichte eingehen. An den V8 erinnert heute nur noch die für einen V6 unvorteilhafte 90° Zylinderanordnung, die für einen etwas rauen, aber auch unverwechselbaren Motorlauf sorgt. Als eine weitere Bezeichnung fand und findet in Schrauberkreisen auch der Begriff "Kettenmonster" seine Anwendung, da die hier verbaute Motorsteuerung über 2 Steuerketten  für die oben liegenden Nockenwellen plus eine weitere Kette zum Antrieb der Ölpumpe in den späten 70ern noch als unüblich galt. 

Bei einem V6 mit 90° Anordnung werden die Massen nicht komplett gegenseitig ausgeglichen. Trotzdem bringen es die Triebwerke bei regelmäßiger Wartung auf vergleichsweise hohe Laufleistungen. Der grundsätzliche Unterschied der Delorean Variante zu den in Renault /Peugeot/Volvo Fahrzeugen verbauten Aggregate liegt im Zwischenflansch der Ölwanne, der auch die unteren Kurbelwellenlager beherbergt. An diesem Flansch sind die Aufnahmen der Motorlager angegossen und diese unterscheiden den Delorean Motor grundlegend von seinen "Brüdern".
Ausserdem sind Hubräume, Kurbelwellenkrümmung, Nockenwellen, Steuerzeiten und diverse weitere Details innerhalb der Gruppe aller unter dem PRV V6 Prinzip gefertigten Motoren sehr unterschiedlich.

Der Delorean Motor wurde von Renault gefertigt und geliefert.

 

Gemischaufbereitung:

Im Delorean ist eine klassische BOSCH K-Jetronic (K = kontinuierlich) mit einer angebauten Lambda-Regelung verbaut. Diese Ausführung ist in Deutschland eher untypisch und wird in der Praxis auch als KU-Jetronic  (K = kontinuierlich  U = US-Ausführung) oder als KL-Jetronic (K = kontinuierlich  L = lambdageregelt) bezeichnet.

Für den US Markt wurde diese Art der Lambda-Regelung für eine kurze Zeit u.a. auch in verschiedenen Volvo und VW Modellen verbaut. Sie wurde hier jedoch bereits in den frühen 80ern von der KE-Jetronic abgelöst.

 

Getriebe:

Die Fahrzeuge wurden entweder mit einem 5-Gang Schaltgetriebe mit herkömmlicher Einscheibentrockenkupplung, oder mit einem 3-Gang Automatikgetriebe ausgeliefert. Der Antrieb erfolgt über 2 baugleiche Antriebswellen mit in Fett gelagerten Kugelgelenken. Diese Bauart ist auch heute noch in den meisten PKW üblich.

 

Reifen / Räder:

Der Delorean rollte serienmäßig auf Good Year Reifen in den Größen 195/60VR14 vorne und 235/60VR15 hinten auf Alufelgen in den Größen 6JX14 und 8JX15 aus dem Werk.

 

elektrische Anlage:

Die Elektrische Anlage besteht zumeist aus Standartkomponenten von BOSCH (z.B. Relais, Steuerungen, Elektromotoren,...) und LUCAS (z.B. Scheibenwischersteuerung).

 

Rahmen:

Der von Colin Chapman (LOTUS) konstruierte Doppelgabelrahmen wurde aus Stahl gefertigt und mit einer Epoxydharzbeschichtung gegen Korrosion geschützt. Chapman hat die Grundkonstruktion des Delorean Rahmen aus dem LOTUS ESPRIT übernommen. Daher auch die ähnlichen Proportionen und Abmessungen beider Fahrzeuge.

 

Karosserie:

Die Karosserieteile sind auf Pressen der deutschen Läpple AG Heilbronn aus Edelstahlblech gefertigt worden.

Eine Türe wiegt im Rohbau ohne An- und Einbauten 22kg, mit allen An- und Einbauten 33kg.

Ein vorderer Kotflügel wiegt im Rohbau 3,8kg.

 

Edelstahl:

DIN Norm: EN 10088-3

EN-Kurzbezeichnung: X5CrNi18-10

Werkstoffnumer: 1.4301

AISI / SAE: 304

UNS: S 30400 oder Grade 304

AFNOR: NF EN 10088-1(06/2005) (FR)

B.S.: 304 S15 – 304 S31

 

Der für die Karosseriebleche des DMC12 verwendeten Chrom-Nickelstahl gehört zur Gruppe der nichtrostenden und säurebeständigen Stähle mit austenitischem Gefüge, sind gut schweißbar, gut polierbar und tiefziehfähig. 304er Edelstahl wird u.a. in der chemischen Industrie, Erdölindustrie, Petrochemie, Automobilindustrie und im Sanitär- und Küchenbereich eingesetzt.

 

Türen:

Eine Flügeltüre des DMC12 wiegt als leerer Rohbau (ohne Scheiben, Verkleidungen, Schlösser, u.s.w.)  22 kg (zweiundzwanzig) und mit allen Einbauten im fahrfertigen Zustand 33 kg (dreiunddreißig). Diese Zahl spielt bei ordentlich eingestellten und abgestimmten Mechaniken (eine Kombination aus Drehstab- und Gasdruckfeder) jedoch keine Rolle, da die Türe im Gegensatz zu allen uns bekannten Fahrzeugen mit Flügeltüren nach Entriegelung von alleine öffnet und auch ohne nennenswerten Kraftaufwand wieder zu schließen ist. Die 33 Kilogramm werden quasi in der Schwebe gahalten. Dies gilt nur bei in der Funktion nicht eingeschränkten Türen. Grundsätzlich sind die Türen jedoch, bis auf den im Schnitt alle 5 bis 7 Jahre nötigen Ersatz der Gasdruckfedern, gänzlich wartungsfrei.

Grundsätzlich noch der Hinweis, dass die Karosseriebleche beim Delorean nur etwa 0,4mm dick sind und somit auch Kotflügel und Seitenwände deutlich leichter ausfallen wie in Dimension vergleichbare Stahlblechteile (in den 80er für gewöhnlich aus 0,8mm Tiefziehblech + Lackaufbau)

Das spezifische Gewicht liegt bei Stahl um die 7,85 kg/dm3 und bei dem am DMC12 verwendeten Edelstahl mit 7,90kg/dm3 annähernd gleichauf.

 

GFK-Chassis:

Das GFK-Chassis (GFK = Glas Faser verstärkter Kunststoff) wurde aus 2 in einem verdichtendem Pressverfahren gefertigten Halbschalen zusammengesetzt und hatte aufgrund Material und Bauform ein für damalige Verhältnisse extrem gutes Energieabsorbtionsverhalten. Die Längskörper haben dabei eine ähnliche Grundform wie die Deformationsspitzen der heutigen Formel-1 Fahrzeuge und nehmen dadurch die Aufprallenergie sehr gut auf. Crashverhalten und Insassenschutz war hier oberstes Gebot der Konstrukteure.


Stoßfänger:

Die beiden Stoßfänger sind aus einem thermoplastischen Kunststoff gefertigt und schlucken Anstöße bei geringen Geschwindigkeiten ohne Beschädigung. Der Unterbau ist vorne und hinten aus einem harten PU-Schaum, der eine direkte Übertragung der Aufprallenergie auf den Fahrzeugrahmen verhindert.
 

Serie:

-Flügeltüren mit Positionsleuchten

-Klimaanlage

-Zentralverriegelung

-elektrische Fensterheber

-el. verstellbare Aussenspiegel

-Stereo Radio / Cassettenabspielgerät

-Sitzflächen und Lenkradkranz in Echtleder

-abschließbares Fach hinter dem Fahrersitz

-Motorraumbeleuchtung

-Alufelgen

 

gegen Aufpreis:

-Automatikgetriebe

-24 Karat Vergoldung

 

Zubehör:

-Gepäckträger

-Zierstreifen

-Fahrzeugdecke

-Fußmatten

 

 

 

 

 

DIE LISTE

der Unzulänglichkeiten

Version 1.1

 

GRUNDSÄTZLICHES

Der Delorean DMC12  wurde vor etwa 30 Jahren gebaut und war ein Erstlingswerk das in einem brandneuen Automobilwerk von Menschen zusammengesetzt wurde, die meist vor "Delorean" keine Erfahrungen im Automobilbau hatten. Wenn man im Nachhinein den knappen Zeitplan und den Qualifikationsgrad der Mitarbeiter betrachtet bleibt nur eins > RESPEKT AN DIE WORKER der DELOREAN MOTOR CARS LIMITED!


Alle folgenden in alphabetischer Sortierung dargestellten Bereiche lassen sich übrigens fast ausnahmslos auf sämtliche Fahrzeug vergleichbaren Alters mit vergleichbaren Systemen übertragen, die Erläuterungen sind jedoch auf den DMC12 abgestimmt:

 

 

Automatikgetriebesteuerung
>In der direkt am Getriebe verbauten Steuerung werden Bauteile verwendet, die einem normalen Alterungsprozeß unterliegen. Auch die Lötungen sind mitunter nur unvollkommen ausgeführt, was nach all den Jahren zu Fehlfunktionen, wie zum Beispiel verzögerte Fahrstufenwechsel oder auch mangelndes Umschalten auf die niedrigen Fahrstufen verursacht.

 

Ausgleichsbehälter Kühlmittel
>Der Kunststoff des Originalbehälters wird im Alter naturgemäß hart und spröde und kann somit ohne Vorwarnung bersten. Der Behälter sollte rechtzeitig durch einen Metallbehälter ersetzt werden.

 

Bremse
>Die verbaute 4-Scheibenbremsanlage verzögert bei gegebener voller Funktionsfähigkeit den Wagen in ausreichendem Maße. Ein häufig anzutreffendes Pulsieren im Lenkrad wärend der Bremsung resultiert meisst aus einem leichten Seitenschlag der Bremsscheiben (bedingt z.B. durch Überhitzung oder ein leichte Unrundheit im Bereich der Radnabe) und es wird durch erhöhte Lagerspiele in Fahrwerkskomponenten verstärkt.

 

Bremshydraulik
>Das 2-Kreis Hydraulik Bremssystem bedarf im Bereich des Hauptbremszylinders (Dichtheit), den Bremsschläuchen (Rißbildung) und der Bremssättel (Freigang der Kolben, Unversertheit der Staubmanschetten) einer genaueren Betrachtung.

 

Crash Schalter
>Der im Fußraum vorne links verbaute "Inertia Switch" unterbricht bei Auslösung die Spannungsversorgung zur Kraftstoffpumpe (masseseitig) und gibt ein Signal zum Öffnen der Zentralverriegelung. Diese Funktionen führt er auch schon mal ohne Crash aus und hindert den Motor somit in Ermangelung von Kraftstoff am laufen.

 

Dach wölbt sich hinten mittig nach oben
>wenn sich die Verklebung der Dachverstärkung vom GFK löst, wird die Verstärkung durch die Vorspannung der Drehstäbe nach oben gedrückt und das Edelstahl T-Panel am Dach hebt sich. Zu erkennen ist dies spätestens, wenn die Oberkante des Upper Louvre in der horizontalen nicht mehr parallel zum T-Panel verläuft und die Klappe beim Öffnen mittig an am Panel ansteht oder streift.

 

Fahrwerk / Federn / Stoßdämpfer
>Grundsätzlich ist jeder Delorean mit dem Serienfahrwerk (Voraussetzung: keine schadhafte Komponenten) sicher fahrbar. Die ab Werk in "Bananenlage" verbauten Vorderfedern sind für das etwas unpräzise, ja fast schwammige Fahrverhalten in Kurven verantwortlich. Der Unterschied zu linear arbeitenden Federn wird nach Umrüstung speziell bei Kurvenfahrt und in Lastwechselbereichen deutlich.

 

Fensterheber
>Die Konstruktion der original Fensterheber ist für die Belastung durch den recht extremen Fahrwinkel und die Neigung der Seitenscheibe zum Verkanten etwas knapp dimensioniert. Wenn alles sauber läuft hält der Kram ewig, doch bei Schwergang oder Verkanten der Scheibe in den Führungen brechen manchmal Teile am Getriebe und / oder es dehnen sich die Führungsrohre. Abhilfe schafft hier zum einen eine regelmäßige Wartung (reinigen / schmieren) oder nach sorgfältiger Grundeinstellung der Führungen der Austausch gegen einen verstärkten Fensterheber mit Metallgetriebe.

>Desweiteren werden die Fensterheberschalter im Betrieb direkt mit der gesamten Strom zum Hebermotor belastet und die Kontakte halten hier nur begrenzt stand. Es gibt jedoch immer noch Fahrzeuge, bei denen die werkseitig verbauten Schalter nach wie vor tadellos ihren Dienst verrichten.


Himmelverkleidungen
>zwischen Bezugsstoff und Träger ist werkseitig eine dünne Schicht Schaumstoff, die vom original verwendeten Klebstoff über die Jahre zersetzt wird und somit löst sich der Bezug und folgt der Schwerkraft.

 

Hitzeschäden an der Innenausstattung
>durch die großen Glasflächen und der unmittelbaren Nähe mancher Innenraumbauteile zu den Scheiben (Armaturenbrett, Instrumententräger, Sitze außen oben,...) entstehen häufig Hitzerisse. Dies ist meist bei Fahrzeuge zu sehen, die aus heißen Regionen (Arizona, Texas,...) kommen.

 

Korrosion am Rahmen
>wenn die Epoxidharzschicht beschädigt (Streifschäden) oder gerissen (Hitzeschäden) oder chemisch gelöst (auslaufende Bremsflüssigkeit) ist, kann Feuchtigkeit unter die Schutzschicht gelangen und der Stahl beginnt unter der Beschichtung zu rosten.

 

Korrosion an Dachverstärkung
>Die Dachverstärkung dient als Aufnahme der Flügeltürmechanik und der Drehstäbe. Durch starke Korrosion im werkseitig nicht versiegelten Hohlraum der Verstärkung wird das Material geschwächt und die gesamte Dach- u. Türaufnahmekonstruktion instabil.

 

Korrosion sonstiges
>Die Halterahmen der Scheinwerfer sind nur unzureichend gegen Korrosion geschützt und rosten meist im Verborgenen vor sich hin.
>Das Hitzeschutzblech zwischen Schalldämpfer und Stoßfänger hinten ist auch nur unzureichend gegen Korrosion geschützt und die Abwärme vom Schalldämpfer tut ein Übriges.
>Das Kühlmittelrohr unter dem Ansaugkrümmer ist aus normalem Stahl gefertigt und nur unzureichend vor Korrosion geschützt. Es rostet häufig heimlich bis zur Undichtheit vor sich hin. Die Folge ist ein Kühlmittelverlust. Vorbeugend kann hier ein Nachbau aus Edelstahl verbaut werden.

 

Kraftstoffsystem
>Wenn hier kein Wartungs- / Reparaturstau oder eine sehr lange Standzeit vorliegt, arbeiten die Systeme meist unauffällig. Der Druckspeicher quittiert nach den Jahren eventuell den Dienst, was durch Warmstartprobleme erkennbar wird. Auch die serienmäßig verbauten Kraftstoffleitungen an Tank und Druckspeicher halten der chemischen Belastung über die Jahre nicht stand und werden dann gerne brüchig und undicht. Verschmutzungen, Korrosionsrückstände und Kondenswasser im Tank können durch das System getragen werden und hier empfindliche Schäden verursachen. Vom zerkratzen Steuerkolben im Mengenteiler über verrostete Einspritzdüsen bis zu verstopften Filtern gab es hier schon alles. Es gibt aber auch Fahrzeuge, die auch nach 30 Jahren noch mit den werkseitig verbauten Komponenten betrieben werden. (Filter und Schlauchleitungen ausgenommen)

 

Kupplung
>Die Druckleitung der Kupplungshydraulik ist im Original aus einem Kunststoff gefertigt, der sich bei starker Hitze dehnt und die Kupplung somit nicht mehr sauber trennt. Als Gegenmaßnahme kann die Originalleitung z.B. durch eine Leitung aus Stahlflex ersetzt werden.

 

Kühler
>Der original verbaute Kühler stammt aus französischer Produktion und entspricht dem Kühler eines Matra. Das Kühlnetz ist aus Aluminium gefertigt und die Wasserkästen bestehen aus Kunststoff. Die ersten Undichtheiten entstehen meisst durch Aluoxidation und ausgehärtete Dichtungen an der Verbindung zwischen Metall und Kunststoff. Heute kommen fast ausschließlich leistungsstarke Ganzmetallkühler zum Einsatz.

 

Kühlmittelschläuche
>Die Schläuche sind regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls zu ersetzen. Heute werden meist Silikonschläuche mit Edelstahlschellen verbaut um in diesen Bereichen für lange Zeit Ruhe zu haben. Wichtig sind dabei auch die Schläuche von / zum Heizungswärmetauscher, an der Wasserpumpe  und unter dem Ansaugkrümmer.

 

Leerlaufregelung
>Die Bauteile der sensiblen Leerlaufregelung unterliegen wie alle anderen Baugruppen einer gewissen Alterung und bereits bei kleinen Abweichungen einzelner Werte (Übergangswiderstände an Steckverbindungen, Temperaturfühlersignal, Trägheit des Stellmotors, elektronische Bauteile in der Leerlaufsteuerung) kann dies zu Unregelmäßigkeiten bis hin zum Ausfall der Regelung führen. Sämtliche Bauteile der BOSCH-Regelung sind derzeit noch verfügbar. Aber ACHTUNG! Die Ursachen eines unruhigen, pulsierenden oder auch zu hohe Leerlaufs können vielfältig sein und liegen nicht immer ursächlich bei der Regelung.

 

Lenkung
>Neben brüchigen Gummimanschetten an Lenkung und den Spurstangenköpfen kommt es am Lenkgetriebe auch immer wieder einmal zu erhöhtem Spiel an der Zahnstange im Lenkungsgehäuse und an den inneren Kugelgelenken der Spurstangen. Beide Symptome sind behandelbar. Auch die Lagerbuchse der Lenksäule auf Höhe der Durchführung nach aussen hat nur eine begrenzte Lebenserwartung und wenn es beim hin- und herbewegen des Lenkrades zu einem Klappern im Fußraum kommt, kann von einem Defekt dieser Buchse ausgegangen werden.

 

Lichtschalter
>Die feine Mechanik des 2-Stufen Drucktasters ist bei manchen Modellen im Laufe der langen Jahre verschlissen und oft wird die Erleuchtung zum Glücksfall. Ersatz ist in optisch identischer, jedoch in Funktion geänderter Form aufzutreiben. (Die neuen Schalter sind als Taster ausgeführt und die Umschaltung von "OFF" auf "Standlicht" auf "Fahrlicht" und auf "OFF" erfolgt über das Tastsignal)

 

Ölverlust
>Wie auch im Rest der automobilen Welt halten die Flächen- und Wellendichtungen am Delorean nicht ewig. Hier gilt es den Einzelfall zu betrachten um der Ölquelle / den Ölquellen an Motor und Getriebe auf die Spur zu kommen.

>Motoröl

-Öldruckschalter (am Motor hinten links)

-Oldruckgeber (am Motor hinten rechts)

-Ventildeckeldichtungen

-Stirndeckeldichtung nebst Wellendichtring der Kurbelwelle und O-Ringe der Blechdeckel am Stirndeckel

-Ölwannendichtung

-Wellendichtring und Flächendichtung des Dichtflansch der Kurbewelle vorne (zum Getriebe)

-Blechdeckel an den Zylinderköpfen vorne in Linie der Nockenwellen

-Schaft des Zündverteilers

>Schalt- und Automatikgetriebeöl

-Abdichtung der Gehäuseteile zueinander

-Wellendichtringe zu den Antriebswellen R+L

>Schaltgetriebe

-Eingang Schaltwelle

>Automatikgetriebe

-Ölwannendichtung

-Eingang Ölmessstabrohr

-Rückfahrlichtschalter

-Durchführung Anschlußstecker Schaltventile

 

Radlager
>An der Vorderachse verschleißen die Radlager aufgrund der kleinen Abmessungen relativ früh und ein kleines Kippspiel ist selbst bei fabrikneuen Radlagern zu spüren. Dieses Spiel verringert sich nach kurzer Fahrstrecke und dadurch entstehender Wärmeausdehnung.

>Die hinteren Radlager sind ordentlich dimensioniert und unauffällig. Sie neigen jedoch bei zunehmender Laufleistung in Lastwechselsituationen innerhalb des Radnabengehäuses hörbar hin und her zu wandern.

 

Rückleuchten
>Kontaktfehler: Sowohl die Anschlußstecker, als auch die Vernietungen der Lampenfassungen werden aufgrund der über die Jahre einsetzende leichte Schrumpfung der Kunststoffplatine lose und verursachen zu hohe Übergangswiderstände. Viele Deloreanbesitzer schaffen hier durch Verlöten der Nietverbindungen und Reinigung / Versiegelung der Anschlußstecker mit Kontaktspray dauerhaft gute Ergebnisse. Alternativ ist hierzu auch Ersatz durch betriebssichere Nachfertigungen zu bekommen.

 

Scheibenreinigungsanlage
>Da die Elektropumpe in einem Kunststoffkasten im Radkasten vorne links verbaut ist und hier häufig Spritzwasser eindringt, sind die elektrischen Anschlüsse gerne oxidiert und die Scheibenwaschanlage damit ausser Funktion. Auch hat die Pumpe grundsätzlich nur eine begrenzte Lebenserwartung. Es kommt auch immer wieder zu Rißbildungen / Bruch an dem asymetrisch ausgeformtem Reinigungsmittelbehälter, der das Mittel dann nicht mehr halten kann.

 

Sicherungskasten
>Die Kontakte der Flachstecksicherungen im Sicherungskasten sind schwach dimensioniert und durch Übergangswiderstände kann es zu Überhitzung und Deformationen am Gehäuse kommen. Die Sicherungskästen gibt es zwischenzeitlich als Nachfertigung. Häufige Ursache für Oxidation und Übergangswiderstände an den Steckverbindungen sind Säuredämpfe aus der unmittelbar unter dem Sicherungskasten verbauten Starterbatterie.

Es gibt aber nach wie vor Fahrzeuge, deren originaler Sicherungskasten in tadellosem Zustand seinen Dienst verrichtet und bei einer gewissen regelmäßigen Kontrolle und Pflege kann diese Baugruppe auch ohne Weiteres erhalten bleiben. Es gibt dann auch keine Not ein Neuteil einzusetzen.

 

Sitzrückenverkleidung
>Die Haltewinkel am Preßspanrahmen der Sitzlehnenabdeckung sind etwas knapp dimensioniert und von der Lage ab Werk nicht immer vorteilhaft angebracht. Mit den Jahren wird die Lehnenpolsterung weich und macht den Weg für den Rücken nach hinten frei, wo die Haltewinkel dem Druck nicht standhalten und aus ihrer vorgesehenen Position rutschen.

 

Stoßfängerverkleidung vorne
>Durch starke Wärmeeinwirkung (Sonneneinstrahlung) wird der Kunststoff des Stoßfängers weich und das Gewicht des Kunststoffgrills zieht den Stoßfänger im Mittelteil nach unten. Auf Höhe der Scheinwerfer wird der Kunststoff oben gehalten und so entsteht der sog. Augenbrauen Effekt. Abhilfe schafft hier eine thermische Rückverformung und das Verstärken der Vorderkante z.B. durch Einkleben eines stabilisierenden rostfreien Metallstreifens.

 

Tachoantrieb
>Das Winkelgetriebe in der vorderen linken Radnabe kann bei mangelnder Wartung brechen. Auch die Wellen und der Lambda-Counter (Zählwerk im Innenraum hinter der Pedallerie)  brauchen regelmäßige Pflege und Schmierung. Ersatz ist auch hier problemlos verfügbar. Häufig werden die beiden Originalwellen und der Counter jedoch durch eine durchgehende Tachowelle ersetzt um die potentiellen Fehlerquellen zu minimieren. Moderne Winkelgetriebe gibt es in wartungsfreier Ausführung.

 

Teppichschaden durch Batteriesäure
>Häufig werden die aggressiven Gase der Starterbatterie nicht wie erforderlich nach aussen geleitet und austretende Säure beschädigt den Teppich unter / neben / hinter dem Beifahrersitz. Original Ersatz ist hier nicht mehr für alle Teppicharten verfügbar, doch werden Nachfertigungen angeboten.

 

Türen öffnen nicht komplett
>Die Gasdämpfer verlieren mit der Zeit an Druck und halten die Türen nicht mehr offen. Häufig ist auch die Grundeinstellung der Drehstabfedern der Türmechanik zu berichtigen.

 

Vorderachse
>Die ohnehin eher schwach dimensionierten Lagerungen von Stabilisator und den Querlenkern werden mit den Jahren spröde und verursachen häufig Geräusche und ein schwammiges Fahrverhalten. Ersatzteile sind auch hier noch problemlos verfügbar.



Wassereintritt
>Häufig erleben wir Wasser in den Fußräumen und dieses Thema ist so alt wie der DMC12 und die Ursachen unterschiedlicher wie sie kaum sein könnten. Vom fehlerhaft verlegten Kondenswasser Ablauf der Klimaanlage über mangelhaft abgedichtete Verschraubungen am Türrahmen bis zu Spritzwassereintritt über die Zugänge der Heizwasserleitungen gibt es eine schier unendliche Bandbreite wie das Wasser den Weg in den Delo findet. Undichte Verschraubungen der Türbolzenaufnahmen kommen hier genauso vor wie schadhafte Türdichtungen, wobei das banalste, nämlich die erwähnten Türdichtungen, nur in den seltensten Fällen die große Ursache für feuchte Teppiche sind. Letztendlich bleibt die dauerhafte Trockenlegung gerne ein Spiel ohne Grenzen und erfordert nicht selten u.a. den Aus- und Einbau der Türen und der Frontscheibe. Hier gilt es wohl Augenmaß vor blinden Aktionismus zu setzen und die Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Nutzen bei Planung einer entsprechenden Aktion genau abzuwägen.

 

Windschutzscheibe
>die Windschutzscheiben wurden mit einem Kitt eingeklebt, der über die Jahre langsam aushärtet. Dadurch wird dieser Kitt spröde und kann die Verbindung zwischen GFK und Scheibe nicht mehr elastisch und schlüssig aufrechterhalten. Häufige Folge ist hier Wassereintritt oder auch vermehrte Windgeräusche. Ein durch lose Verklebung verursachter Bruch der Scheibe kann bei einer starken Verwindung, z.B. durch Verschränkung der Karosserie bei geöffneten Türen, wie es z. B. bei unsachgemäßem Anheben des Wagens passiert, entstehen.

 

Zentralverriegelung
>Das System ist mit mehreren Komponenten versehen, die unter gewissen Umständen Fehler verursachen können. Die Isolierung der Wicklungen der doppelt wirkenden Magnetschalter in den Türen (genannt auch Solenoiden) kann über die Jahre Schaden nehmen und somit zum Kurzschluß und Ausfall führen. Auch Bauteile der Steuerung sind der üblichen Alterung unterlegen und können ausfallen. Als technische Verbesserung wird häufig eine zusätzliche Sicherung in die Zuleitung der Spannungsversorgung eingesetzt um bei einem möglichen Kurzschluß in der Anlage einem Durchbrennen der Magnetschalter vorzubeugen. Die Umschalter in den Türen wirken augenscheinlich etwas klapprig, arbeiten aber auch nach Jahren noch einwandfrei und gehören nicht zu den "üblichen Verdächtigen" Fehlerursachen. Grundsätzlich kann die Anlage bei fehlerfreier Verkabelung und korrekter Grundeinstellung aller Schub- und Zugstangen über viele Jahre unauffällig und sorgenfrei ihren Dienst verrichten.

 

 

 

 

Und was ist aus Sicht des rationalen Technikers so richtig genial am Delorean?

 

Konstruktion der Flügeltürmechaniken

Die fein abgestimmte Kombination aus Drehstabfeder und Gasdruckdämpfer lässt die Türe gleichmäßig aufschwingen und ohne nennswerten Kraftaufwand manuell wieder schließen. Das hat auch in unserem Jahrtausend noch kein Hersteller so sauber und elegant gelöst. Kein uns bekannter anderer Automobilbauer hat in diesen Teilbereich soviel "gewusst wie" hineingesteckt wie die Konstrukteure in Nordirland. Weder ein SL, ein SLS, ein BMW Turbo, noch ein Bricklin, Thurner RS oder Porsche Rennwagen lassen die Flügel auch nur annähernd so elegant öffen und schließen wie beim Delorean. Und das Ganze trotz aufgrund der vergleichsweise großen Glasflächen und den umfangreichen Einbauten wie el. Fensterheber, Zentralverriegelung, zwei Schließeinheiten, el. Aussenspiegel, u.s.w., Gewicht von 33kg pro Türe. DAUMEN HOCH für diese Türen!

 

Gelungene Kombination aus Großserienkomponenten und trotzdem individueller Optik

Die Idee aus bewährten Komponenten aus den Regalen verschiedener Großserienherstellern ein völlig "neues" und zumindest für die Augen der Betrachter innovatives Fahrzeug auf die Räder zu stellen, das bei direktem Kontakt mit dem Kunden diesem Anspruch auch spürbar gerecht wird, war für die damalige Zeit einzigartig und klappt selbst heut in unserer ja ach so perfekt durchkonstruierten und von Controllern gelenkten Zeit noch nicht immer im ersten Anlauf. Auch heute wirkt der DMC-12 auf seine Betrachter oft noch wie "nicht von dieser Welt".

 

...Fortsetzung folgt...