AUTOZAM AZ-1

side effect project

(Flügeltüren, nur teilweise versenkbare Seitenscheiben, Türzuziehschlaufe, nur 2 Jahre gebaut,...)

 

In der Reihe "side effect project" stellen wir ein weiteres Fahrzeug in Europa auf die Straße. Der AZ-1 folgte einer Konzeptstudie aus dem Hause Suzuki, dem "master at kei" , und diese Studie wurde zum Beginn der 1990er Jahre von Mazda weiterentwickelt und vom Oktober 1992 bis 1994 im Auftrag von Mazda gebaut und unter deren Marke AUTOZAM, die bei Mazda für sog. K-car oder Kei car oder Keijidosha / kei jidōsha (軽自動車, lit. "light automobile"), Verwendung findet, vertrieben. Zu der 4392 mal gebauten MAZDA / AUTOZAM Variante mit Chassiscode E-PG6SA wurden noch 531 baugleiche Flügeltürer mit Chassiscode E-PG6SS produziert und unter der Bezeichung SUZUKI CARA vertrieben. Hergestellt wurden die Wagen von der japanischen Kurata Co., Ltd und das Projekt E-PG6SA/S war für den aus Hiroshima stammenden und in Entwicklung und Produktion u.a. von Leichtbaukarosseriekonzepten bekannten Betrieb, das erste unter seinem Dach gebaute Komplettfahrzeug. Komponenten wie Motoren, Getriebe, Elektrik und Fahrwerkselemente stammten hier zumeist aus den Suzuki Regalen.

Grundsätzlich kann man den AZ-1 als Flopp bezeichnen. Im Konzept vergleichbare Fahrzeuge wie der Suzuki Cappuccino oder der Honda Beat brachten es auf insgesamt 28.010 bzw. 33.600 Einheiten. Mazda verfehlte das geplante Verkaufsziel von 800 Einheiten pro Monat um Welten. Der AZ-1 galt zwar als supercool und auch spektakulär, doch hatte das seinen Preis und in 1992 war für die identische Summe auch ein ausgewachsener Miata MX-5 zu bekommen. Nach Produktionsstopp in 1994 waren noch ausreichend Fahrzeuge lagernd, um den Markt bis September 1995 damit zu versorgen.

 

Das Kei car, dass in Übersetzungen auch als Kleinstwagen oder mini car benannt wird, hat in Japan eine lange Tradition, die bis in die Nachkriegszeit zurück reicht und eben speziell in den Nachkriegsjahren zur Massenmobilisierung in Japan sorgte. Zu Beginn bevorzugt als kleine Lastenträger gedacht, entstanden schon sehr bald Fahrzeug mit Dach und Sitz und Rundumverglasung. Das Keijidosha geniest in Japan auch heute noch einige Privilegien bei Registrierung, Steuer und Parkraumnutzung.

Ab 1990 galten für ein Fahrzeug dieser Gattung die Maximalwerte: Länge / Breite / Höhe:  3,3 / 1,4 / 2,0 Meter. Als Antrieb waren max. 660ccm und 47KW (64PS) erlaubt.

Unser Siberia blauer AZ-1 kommt tatsächlich direkt aus Japan und hat, um zum team-deloman side effect project zu werden, als Schlüsselreiz die Flügeltüren und somit ein automobiles Konstruktionsmerkmal, dem sich wohl kaum ein Deloreaner entziehen kann. Ausserdem ist wie beim DMC12 auch beim AZ-1 nur ein kleiner Teil der Türscheibe versenkbar. Ein weiteres Dejavuu ergibt sich beim Blick auf ein kleines Detail. Auf die Türschlaufen, die genau wie bei frühen Deloreanmodellen einfach um den Griff geschlungen sind.

 

der AZ-1

 

Hersteller: Kurata Co., Ltd (jetzt KEYLEX Corporation) für Mazda und Suzuki

Modell: AUTOZAM AZ-1

Verantwortlich für das Design: Toshiko Hirai (der sich auch für das MX-5 Miata Design verantwortlich zeigte)

Abmessungen: Länge: 3295mm  Breite: 1395mm  Höhe: 1150mm

Leergewicht: 720kg

 

Motor:

Typ: F6A

Lage: Mittelmotor

3-Zylinder Otto Reihenmotor

2 obenliegende Nockenwellen (DOHC)

4 Ventile je Zylinder

657 ccm turbo (Suzuki F6A)

47 kW (64 PS) bei 6500 /min

8,7 kg/m / 85,3 Nm / 63 lb ft bei 4000 /min

Kompression 8,3 : 1

Bohrung / Hub: 65mm / 66mm

 

Getriebe:

5-Gang Schaltgetriebe mit 1-Scheiben Trockenkupplung und Seilzugbetätigung.

Übersetzungen:

1. Gang 3,818

2. Gang 2,277

3. Gang 1,521

4. Gang 1,030

5. Gang 0,837

Achsantrieb 4,705

 

Fahrwerk:

4 Einzelradaufhängungen mit MacPherson Federbeinen

Wendekreis: 4,7 Meter (was noch zu beweisen ist...)

Lenkeinschlag: 2,2 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag

Radstand: 2235mm

Spurweite vorne / hinten: 1200mm / 1195mm

Scheibenbremsen vorne und hinten

Bereifung: 155/65R13 73H vorne und hinten, serienmäßig auf Stahlfelgen 5JX13H2

 

Kraftstofftank: 30 Liter

Verbrauch Stadt / Land / Autobahn in l/100km: ca. 7,0 / 6,0 / 7,5 (Angaben aus der Fahrpraxis eines Suzuki Cappuccino, eigene Angaben folgen)

 

Neupreis 1992 1,498 Millionen ¥ (entsprach etwa 12400 $)

 

Farben (Serie): Siberia Blue oder Classic Red, beide Versionen mit Stoßfängern und Schwellerblenden in Venetian Gray

Im Laufe der Produktion wurden auch 100 Sondermodelle "MazdaSpeed" gefertigt, die komplett in schwarz, rot oder silver bestellbar waren und mit einem MazdaSpeed Karosserie-Kit, bestehend aus großem Heckspoiler, Frontschürze, geänderten Seitenschwellern und Alufelgen, aus dem Werk rollten.

 

copyright: Aoshima 053386

 

 



Aufnahmen unseres siberia-blauen Erstserien AZ-1 noch in seiner Heimat Japan. Wenige Wochen später wird er den Weg nach Europa machen.

 

   

Die Delorean-Schlaufe.                                                                                  Alles fein mit Protokoll.

 

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 Der Verlauf unserer AZ-1 Geschichte...

In 2017 wurde uns von einem alten Bekannten aus der Deloreanszene ein link auf die britische ebay Seite übermittelt, wo ein Händler zwei AZ-1 anbot. Einer rot, einer schwarz und beide mit Spoiler, Alus, Stereo und Trallala. Nett anzuschauen, aber für mich nur eine Randnotiz im Universum der beflügeltürten Vehikel.

2018 stand dann mit einer Gruppe befreundeter Lotus- und Sportwagenfreunde aus der Stuttgarter Gegend der Besuch des Mazda Museum in Augsburg auf dem Plan. Auch dort war ein AZ-1 ausgestellt, augenscheinlich ein silberner MAZDASPEED, der neben seinen werkseitigen Umrüstungen auch noch weitere Verspoilerungsmaßnahmen über sich ergehen lassen musste. Natürlich interessant ein solches Fahrzeug einmal real zu sehen und der unbedarfte Besucher empfindet den Anblick bestimmt als toll und spektakulär, doch war mir nach dieser Begegungen noch mehr nach dem Echten, nach dem Ursprünglichen, eben nach dem was die Konstrukteure in 1992 erschaffen haben.

 

01.04.2018

Anmeldung bei CAR FROM JAPAN über deren Plattform ein befreundeter Autoenthusiast in der Vergangenheit bereits zwei PKW angekauft hatte.

 

09.04.2018

Auswahl getroffen, einen frühen AZ-1 im original Zustand entdeckt. Nicht verbastelt, nicht getuned, keine Spoiler, keine Alus, alles so, wie es vor 26 Jahren bei Kurata Co., Ltd zusammengeschraubt wurde.

 

13.04.2018

Kauf zu 11720 USD / 9496 EURO bestätigt und Onlineüberweisung veranlasst. Gelernt, dass man für eine Auslandsüberweisung das jeweilige Empfängerland bei seiner Bank freischalten lassen muß.

 

15.04.2018

Aoshima 1:24 Model eines AZ-1 aus Japan bestellt. Das Bild auf der Verpackung entspricht exakt unserem ausgewählten Modell.

 

16.04.2018

Zahlung abgebucht und somit auf den weiten Weg nach Japan gegangen.

 

19.04.2018

Zahlung in Japan angekommen. 3 Tage dauert es also, bis knapp 9 1/2 Tausend Euro von Bayern startend in Japan landen.

"We are happy to inform you that your payment has been confirmed today for the following car. CFJ2145651 Mazda AZ-1 1992"

"We are now applying for export certificate for this car. Normally it will take 10-14 working days to arrange the shipment so please wait for us."

 

02.05.2018

Als kleiner Vorbote hat ein Aoshima Modellbaukit im Maßstab i:24 den für unseren AZ-1 geplanten Weg von Japan nach Bayern schon mal gemacht.

 

05.05.2018

Da die genannten 10-14 Werktage nun vorüber waren, höfliche Anfrage nach Japan geschickt, wie es denn nun weiter geht...

 

07.05.2018

Es geht weiter.

"We have got the export certificate of the car and attached it to this email for your review. At the moment, we found 3 possible date for shipping which are May 11st- 19th or 20th."


 

08.05.2018

...und es geht schon wieder weiter. Die Plattform hat geschrieben:

Somit ist davon auszugehen, dass der Wagen zum Anfang Juli bei uns in Bayern steht. Ob es zum Jahrestreffen des Delorean Club Deutschland reicht? Abwarten...

 

14.05.2018

"I attach the shipping order for your review. Kindly check. We will share the copy of Bill of Lading later this week. Regards..."

Die Kopie der "Bill of Landing" traf dann auch wie zugesichert ein paar Tage später per Email bei uns ein.

 

 

24.05.2018

DHL World Wide Express wurde seinem Namen gerecht und hat den Umschlag mit allen Papieren einmal um die halbe Welt von TOKYO nach Bavaria übersandt.